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Mole mit rotem Leuchtturm an einer Hafeneinfahrt, dahinter Segelboote auf der offenen Ostsee

Segeln

Olympia-Aus für Warnemünde: DOSB wählt München, Segeln soll nach Kiel

Der Traum von Olympischen Segelwettbewerben vor Warnemünde ist vorerst geplatzt. Der DOSB entschied sich am 26. September 2026 mit 91:50 Stimmen für München, dessen Konzept das Segeln in Kiel vorsieht.

2 Min. Lesezeit

DOSB entscheidet sich für München

Die Entscheidung fiel am Samstag in Baden-Baden. Auf seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. September 2026 wählte der Deutsche Olympische Sportbund München als deutschen Bewerber für Olympische und Paralympische Sommerspiele. Im ersten Wahlgang setzte sich die bayerische Landeshauptstadt mit 91:50 Stimmen gegen Köln-Rhein-Ruhr durch.

Für Rostock ist das Ergebnis eine schlechte Nachricht. Im Münchner Konzept sind die Segelwettbewerbe in Kiel vorgesehen. Warnemünde geht damit leer aus.

Zwei Partner, zwei Absagen

Dabei hatte es für Warnemünde lange gut ausgesehen. Im Januar 2026 wählte Berlin Rostock-Warnemünde als Segelpartner für seine Bewerbung aus. Auch Köln-Rhein-Ruhr setzte in seinem Konzept auf das Revier vor der Warnowmündung.

Doch beide Partner fielen weg. Berlin zog seine Bewerbung zwei Tage vor der Abstimmung zurück, nachdem die politische Lage nach der Abgeordnetenhauswahl keine Unterstützung mehr erwarten ließ. Köln-Rhein-Ruhr unterlag dann in Baden-Baden deutlich. Hamburg war schon zuvor nach einem gescheiterten Referendum aus dem Rennen ausgeschieden.

Knappe Bewertung, klares Votum

Vor der Abstimmung hatte die Evaluierungskommission des DOSB beide Konzepte nahezu gleichauf gesehen. München kam auf 87,03 Punkte, Köln-Rhein-Ruhr auf 85,02. International hielt die Kommission beide Bewerbungen für ungefähr gleichwertig.

Das Votum der Delegierten fiel dennoch eindeutig aus. Insgesamt wurden 141 Stimmen abgegeben. Den Großteil stellten die 42 olympischen Spitzenverbände mit jeweils drei Stimmen, dazu kamen zehn Stimmen aus dem DOSB-Präsidium und fünf von persönlichen Mitgliedern. Drei weitere Stimmberechtigte fehlten.

BewerberStimmenSegelrevier
München91Kiel
Köln-Rhein-Ruhr50Warnemünde

Was das für Warnemünde bedeutet

Kiel hat als Olympia-Revier Erfahrung. Die Förde war bereits 1936 und 1972 Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe, 1972 als Partner der Sommerspiele in München. Mit der Kieler Woche richtet die Stadt zudem jedes Jahr eine der größten Segelveranstaltungen der Welt aus.

Warnemünde kann mit der Warnemünder Woche ebenfalls auf eine lange Regattatradition verweisen. Die erste Ausgabe fand 1926 statt, zur 88. Auflage im Juli 2026 kamen 386 Boote mit 774 Seglerinnen und Seglern.

Für den Rostocker Segelsport bleibt dennoch einiges. Die Warnemünder Woche holt 2027 mit der J/22-WM und der 505er-EM zwei internationale Meisterschaften ins Revier. Mehr dazu im Bericht zur Warnemünder Woche 2026. Am 3. Oktober steht zudem traditionell die Senatorenregatta auf der Warnow an, bei der Rostocks Stadtspitze selbst an Bord geht.

Mit der Festlegung auf München und Kiel ist das Kapitel Olympia für Warnemünde vorerst geschlossen. Warnemünde war über Monate als olympisches Segelrevier im Gespräch, zunächst an der Seite Berlins, dann im Konzept von Köln-Rhein-Ruhr.

Wie es weitergeht

München bewirbt sich nun für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Das Internationale Olympische Komitee plant, die Spiele 2036 im Jahr 2029 zu vergeben. Bei einem Zuschlag wäre München nach 1972 zum zweiten Mal Gastgeber Olympischer Sommerspiele in Deutschland.

Einen Überblick über Vereine und Regatten an Warnow und Ostsee gibt die Seite Segeln in Rostock.

Häufige Fragen

Wo sollen die Olympischen Segelwettbewerbe bei einer deutschen Bewerbung stattfinden?

Im Konzept von München, das der DOSB am 26. September 2026 ausgewählt hat, ist Kiel als Segelrevier vorgesehen. Warnemünde war nur in den Konzepten von Berlin und Köln-Rhein-Ruhr eingeplant.

Für welche Olympischen Spiele bewirbt sich Deutschland?

Die Bewerbung zielt auf die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Das IOC will die Spiele 2036 voraussichtlich im Jahr 2029 vergeben.