Gute Nachricht für alle Wassersportler: Sanierung des Papendorfer Sees beginnt voraussichtlich 2011

6. Papendorfer Triathlon Foto: Maik Steinhagen

Die Erdkuhle in Papendorf ist ein beliebtes Ausflugsziel zum Baden und wird sowohl von Tauchsportlern, Schwimmern und Triathleten als Trainingsgewässer genutzt. In den letzten Jahren haben sich die Wasserqualität und damit auch die Sichtverhältnisse jedoch dramatisch verschlechtert.
Der Tauchsportclub Rostock 1957 e.V., der sein Vereinsgrundstück in unmittelbarer Nähe der Erdkuhle besitzt, startete daraufhin eine Initiative zur Gewässersanierung. Denn die Tauchausbildung und auch das Training der Orientierungstaucher kann unter diesen Bedingungen nicht durchgeführt werden. Dieser Umstand führt zu großen Einschränkungen und Mehraufwand, da auf andere Gewässer ausgewichen werden muss.

Nach vielen Gesprächen, Gutachten und auch reichlich Überzeugungsarbeit konnte letztendlich ein positives Ergebnis erzielt werden. Auf einer Informationsveranstaltung wurde nun über die zukünftige Entwicklung des Papendorfer Sees informiert.

Axel Hirsemann war vor Ort und fasst die Ergebnisse zusammen:

Informationsveranstaltung über die Zukunft des Papendorfer Sees

Am 27.04.10 fand im Saal der Papendorfer Feuerwehr eine Informationsveranstaltung zur Zukunft des Papendorfer Sees statt.
Frau Dr. Scharf vom Ing.-Büro bioplan und Frau Dr. Börner vom StAUN informierten über den Stand der Sanierungsvorbereitungen der Papendorfer Erdkuhle. Glücklicherweise steht die Erdkuhle als einer der letzten kleinen Seen auf der See-Sanierungsliste des StAUN und wird damit zu 100% netto bei den Kosten gefördert. Der Eigentümer der Erdkuhle, Herr Killinger, hat sich bereiterklärt, die Mehrwertsteuer der Kosten zu übernehmen.

Im vergangenen Jahr und Anfang 2010 wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, auf deren Basis ein limnologisches Gewässergutachten erstellt wurde.
Es wurde ermittelt, dass die Erdkuhle an einem akuten Sauerstoffmangel leidet und eine zu hohe Nährstoffkonzentration aufweist, die maßgeblich die schlechten Sichtverhältnisse im Wasser verursacht. Hauptangriffspunkt bei der Verbesserung der Wasserqualität ist deshalb die Verminderung der in den Nährstoffen enthaltenen Phosphorkonzentration. Gleichzeitig müssen die Nährstoffeinträge durch mehrere vorhandene Zuläufe minimiert werden. Als Problem hat sich die relativ ungünstige geometrische Form des Sees mit seinen ca. 12 m Wassertiefe und den steil abfallenden Ufern erwiesen. Der Wasseraustausch findet deshalb im Wesentlichen in den oberen Wasserschichten statt, so dass die tieferen Schichten kaum gewälzt werden und als „Nährstofffalle“ wirken. Die Ableitung des zum Teil H2S verseuchten Tiefenwassers wäre daher ratsam, ist aber bisher mit noch nicht gelösten Entsorgungsproblemen verbunden (Warnow ist Trinkwassereinzugsgebiet).

Als bestmögliche realisierbare Sanierungsvariante wurde eine Nährstofffällung und Sedimentabdeckung mit Bentophos vorgeschlagen, dessen Grundstoff ein natürliches Tonmineral ist und das deshalb im Gegensatz zu den oft angewendeten Aluminiumsalzen sehr umweltverträglich ist. Das Bentophos wird an der Wasseroberfläche ausgebracht, sinkt auf den Grund des Sees, bindet Phosphor und deckt die Sedimente am Boden mit einer tonähnlichen Schicht ab. Des Weiteren soll die Maßnahme durch eine Nahrungskettensteuerung unter den Lebewesen im See unterstützt werden. Nach der Verbesserung des Sauerstoffgehaltes im Wasser vermehren sich Wasserflöhe und andere Kleinstlebewesen, die als Nährstoffvertilger wirken. Die Förderung der Hechtpopulation soll die Anzahl der am Boden gründelnden Fische im Gleichgewicht halten, damit die eingebrachte Bentonitschicht weitgehend ungestört bleibt.

Wenn die Anträge auf die Gewässersanierung bis Mitte 2010 gestellt werden, kann im Frühjahr 2011 mit den Maßnahmen begonnen werden. Die Gemeinde Papendorf will die vorbereitenden Aufgaben und die Antragsstellung auf alle Fälle aktiv unterstützen, versicherte der Bürgermeister Herr Zeplien am Ende der Veranstaltung. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Chance, den See in ein schöneres Gewässer zu verwandeln auch genutzt wird. Vor allem für uns könnte der See dann auch wieder als Tauchrevier attraktiv werden.

Axel Hirsemann


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