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| Short Track-Wettkämpfe 2009/2010 |
| VOR VANCOUVER 2010 Interview mit Aika Klein vom ESV Turbine Rostock Vancouver 2009. Nach 21 Jahren finden die Olympischen Winterspiele wieder in Kanada statt. 21 Jahre nach Calgary, als der gebürtige Güstrower Frank-Peter Roetsch zweifacher Olympiasieger im Biathlon wurde, Kati Witt den Dreikampf mit Liz Manley (Kanada) und Debbie Thomas im Eiskunstlaufen gewann, der Finne Matti Nykänen dreimal von der Sprungschanze triumphierte, die Geschwister Duchesnay das Eistanzen revolutionierten und hoffnungslos unterbewertet wurden, die Bob- und Rodelbahn ihre Tücken hatte, die sowjetischen Eishockey-Cracks wieder einmal triumphierten, die Holländerin Yvonne van Gennip so manchen DDR-Goldtraum im Eisschnelllauf zunichte machte und die letztmals auf der Bühne der Winterspiele präsenten Sowjetunion und DDR Platz eins des Medaillenspiegels unter sich ausmachten, denn 20 Monate später sollte sich die politische Welt nachhaltig verändern … Große Teilnahme-Chancen auf Vancouver 2010 hat auch eine Rostockerin – Short Trackerin Aika Klein vom ESV Turbine Rostock, die bereits 2002 und 2006 bei Olympischen Winterspielen teilnahm, dürfte auch in Vancouver dabei sein.
Frage: Aika, die olympische Short-Track-Saison 2009/10 ist noch sehr jung. Es gab bereits die ersten Weltcups. Wie beurteilst Du den Einstieg in die so wichtige Saison 09/10 ? Aika Klein: Der erste Wettkampf in dieser Saison in Den Haag war nicht so sonderlich zufrieden stellend. Aber er war eine wichtige Standortbestimmung, zeigte Defizite und bot die Möglichkeit, die eigene Leistung noch einmal zu hinterfragen. Man konnte zudem noch einmal das Material überprüfen und mögliche Änderungen vornehmen. Bei den ersten Weltcups in Peking Anfang September und in Seoul Ende September lief es dann schon besser. Persönlich bin ich mit dem Auftakt in die olympische Saison jedoch schon zufrieden. Ich werde und kann mich weiter steigern, allerdings wird die Qualifikation sehr, sehr hart. Ich hoffe vor allem auf die erfolgreiche Quali mit der Staffel. Wir müssen ja bei den Qualifikationswettkämpfen in Marquette und Montreal Anfang November unter die besten 16 Starterinnen der Welt, nur dann ist man definitiv in Vancouver dabei. Das wird ziemlich hart. Mit der Staffel ist das Unterfangen ähnlich schwierig, unser ärgster Konkurrent sind hier die Japanerinnen, die sich bislang vor uns platzieren konnten. Aber wir besitzen durchaus das Potenzial Japan hinter uns lassen zu können, das sollte eine lösbare Aufgabe sein. Aber mit Blickrichtung Vancouver schläft natürlich auch die Konkurrenz nicht. Frage: Wie sieht Dein Trainingsalltag zurzeit aus ? Wird mit Blickrichtung Vancouver noch mehr geschwitzt ? Aika Klein: Die Saison läuft ja bereits auf Hoch-Touren. Da läßt sich hinsichtlich des Trainings nicht mehr viel ändern. Wir trainieren ja bereits täglich zweimal (bis auf sonntags) – mehr ist nicht machbar. Es geht nur noch um Nuancen, z.B. um die individuellere Gestaltung der Trainingseinheiten bei den Kurz- oder Langstrecklern. Jede und jeder gibt in einer olympischen Saison aber ihr bzw. sein Bestes – im Training und im Wettkampf ! Olympia ist nun einmal nur alle vier Jahre ! Frage: Wird es bereits vor Winter-Olympia einen Abstecher nach Vancouver geben ? Aika Klein: Es fand ja in der vorolympischen Saison bereits ein Weltcup in der Olympiastadt 2010 statt. Das war praktisch die olympische Generalprobe. Das „Pacific Coliseum“, in dem auch die Eishockey-Mannschaft der „Vancouver Giants“ spielt, ist eine hervorragende Wettkampfstätte für uns Short Tracker. Die Bedingungen dort sind nahezu perfekt. Frage: Welche persönlichen Erwartungen und Hoffnungen hegst Du in Richtung Olympische Winterspiele 2010 ? Aika Klein: Ich hoffe sehr, dass sich sowohl bei den Frauen als auch bei den Herren die deutschen Staffeln qualifizieren werden. Das sollte das erste Ziel sein. Außerdem würde ich sehr gern auf den Einzelstrecken starten – das wäre ein großer Traum. Nach 2002 und 2006 erneut Olympia erleben zu können, wird mich zusätzlich beflügeln, aber erst einmal müssen die Quali-Wettkämpfe in Marquette und Montreal erfolgreich verlaufen. Frage: Welche Wettkämpfe wirst Du bis Vancouver bestreiten ? Aika Klein: Sollte Anfang November alles klappen, werden die Europameisterschaften in Dresden ein ganz wichtiger Wettkampf im Hinblick auf Vancouver. Ansonsten wird in der sächsischen Metropole auch weiterhin hart trainiert. Nach Vancouver werden wir dann – wenn alles gut verläuft – eine Woche vor Beginn der Spiele fliegen. Zu früh wäre nicht so gut, dann geht die Spannung verloren. Aber Vancouver wird sicherlich ein tolles Erlebnis – sportlich wie persönlich ! Dann maximale Erfolge in der weiteren Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele und selbstverständlich folgend in Vancouver ! Rückblick auf CALGARY 1988 Bei den letzten Olympischen Winterspielen 1988 in Kanada, in Calgary, gab es eine Reihe herausragender Leistungen, eine ungemeine Begeisterung auf den Zuschauer-Rängen, Wetter-Kapriolen, umstrittene Preisrichter-Entscheidungen (im Eiskunstlaufen) und den (damals noch nicht erahnten) Abschied zweier großer Sport-Nationen – der DDR und der Sowjetunion. 46 Entscheidungen standen auf dem olympischen Programm – hinzu kamen noch Wettbewerbe in den Demonstrationssportarten Curling, Trick-Ski, Short Track und Nordischer sowie Alpiner Skisport für Athletinnen und Athleten mit Handicap. Einen ersten Höhepunkt gab es, als die erst 12jährige Eiskunstläuferin Robyn Perry als letzte Fackelläuferin fungierte und dafür viel Applaus im Stadion erhielt. Mehr als 1400 Wintersportlerinnen und –sportler aus 57 Ländern nahmen in Calgary teil und in den Tagen zwischen dem 14.Februar und 28.Februar 1988 gab es den erwarteten Zweikampf zwischen der Sowjetunion und der DDR. Mit 11 x Gold zu 9 x Gold setzte sich der „große Bruder“ gegen den „kleinen Bruder“ durch, was vor allem daran lag, dass die Eisschnellläuferinnen um Karin Kania sowie Andrea Ehrig nicht die erhofften Goldmedaillen über 1500, 3000 sowie 5000 Meter gewannen. Die fliegende Holländerin Yvonne van Gennip ließ die DDR-Läuferinnen jeweils hinter sich. Und auch im Bobsport gab es nicht das erhoffte DDR-Gold. „Sand in der Bahn“ bedeutete bei manchen Bobs auch „Sand im Getriebe“ – die Bobsportwettbewerbe in Calgary waren „dank“ der Windböen des „Chinook“, des warmen Fallwindes, auch eine Glückslotterie. Während der Sieg im Zweier-Bob an die lettisch-russische Kombination Janis Kipurs und Wladimir Koslow ging, waren die Schweizer um Ekkehard Fasser im Vierer-Bob erfolgreich. Für die Hoppe-Bobs aus der DDR sollte es zweimal Silber geben. Dass die Deutschen aus Ost und West letztendlich aber dennoch auf insgesamt 11 x Gold kamen, ist ein Verdienst der westdeutschen Nordisch Kombinierten, , die mit Hans-Peter Pohl, Hubert Schwarz und Thomas Müller den Team-Wettbewerb gewannen. Im Abfahrtslauf siegte Marina Kiehl – das zweite Gold für Deutschland-West 1988. Außerdem gab es für Deutschland-West noch drei weitere Goldmedaillen 1988 in den olympischen Demonstrationswettbewerben – durch Tatjana Mittermayer sowie Hermann Reitberger im Ski-Freestyle und durch Alexander Spitz im Alpinen Skisport für Athleten mit Handicap. Für große Momente sorgten Matti Nykänen im Skispringen, Katarina Witt, Brian Boitano, Brian Orser sowie Jekaterina Gordejewa und Andrej Grinkow im Eiskunstlaufen, Alberto Tomba und Vreni Schneider im Alpinen Skisport, Tomas Gustafsson und bereits genannte Yvonne van Gennip im Eisschnelllauf, die Sbornaja im Eishockey oder die deutschen Rennrodler aus Ost und West. Gastgeber Kanada gewann schon wie bei den Sommerspielen 1976 in Montreal erneut keine Goldmedaille, konnte aber in den Demonstrationswettbewerben im Curling, Short Track und Trick-Ski insgesamt drei Siege erringen. Für furiose und kuriose Momente sorgten 1988 „Eddie, the Eagle“, der Brite Eddie Edwards, im Skispringen und der Jamaika-Bob. In Anlehnung an die Olympia-Teilnahme der jamaikanischen Bobsportler entstand der Spielfilm „Cool Runnings“. Der „Chinook“ sorgte für Terminverschiebungen im Skispringen, im Nordischen Skisport und im Alpinen Skisport. Die größten Sympathien erwarben allerdings neben den sportbegeisterten Kanadiern und den Sportlern aus aller Welt auch zwei Polar-Bären: Hidy und Howdy waren die glücklichen Olympia-Maskottchen in Calgary 1988. Glückliche Momente gab es dann ein Jahr später für die Deutschen aus Ost und West: Mauer und Stacheldraht wurden friedlich überwunden, 1990 folgte die Einheit Deutschlands und in Albertville 1992 war dann nach 28 Jahren – nach Innsbruck und Tokyo 1964 – wieder ein gesamtdeutsches Olympia-Team bei Olympia am Start … Eine gebürtige Wismarerin Jacqueline Börner wurde dort Olympiasiegerin über 1500 Meter im Eischnelllauf ! Die besten zehn Länder bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary Nation – Gold – Silber – Bronze
… Short Track bei Winter-Olympia Short Track, der Kurzbahn-Eisschnelllauf, ist seit mehr als zwanzig Jahren ein Bestandteil Olympischer Winterspiele. In Calgary 1988 noch olympisch demonstriert, wurde Short Track 1992 in Albertville fester Bestandteil Olympischer Winterspiele. Doch der erfolgreichste Teilnehmer in Calgary`88 war ein Brite: Wilfred O`Reilly gewann sowohl über die 500 als auch über die 1000 Meter. Lokal-Matadorin Sylvie Daigle setzte sich über die 1500 Meter durch. Erfolgreichste Short Track-Nation bei den olympischen Demonstrationswettbewerben wurden jedoch die Niederlande mit 2 x Gold, 2 x Silber und 1 x Bronze vor Großbritannien bzw. Südkorea mit jeweils 2 x Gold, Kanada mit 1 x Gold, 6 x Silber und 3 x Bronze, Italien mit 1 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze, Japan mit jeweils einmal Gold, Silber und Bronze und China mit einmal Gold und 2 x Bronze. Die Zuschauer-Begeisterung erreichte echte olympische Dimensionen und so sollten die Short Tracker ab 1992 zu „richtigen“ olympischen Ehren gelangen. In Albertville standen erst einmal nur vier Wettbewerbe auf dem Programm – jeweils ein Einzel-Wettbewerb und ein Staffel-Wettbewerb bei den Damen und den Herren. Der Koreaner Kim Ki-Hoon sicherte sich zweimal Gold, das US-Girl Cathy Turner erkämpfte jeweils einmal Gold und Silber. Im Damen-Staffel-Wettbewerb triumphierte Kanada mit der 1988er Siegerin Sylvie Daigle. In Lillehammer 1994 wurde das Short Track-Programm um weitere zwei Entscheidungen erweitert. Erfolgreichste Nation wurde Südkorea mit 4 x Gold, 1 x Silber und 1 x Bronze, vor den USA (1-1-2) und Italien (1-1-0). Die Kanadierin Sylvie Daigle konnte mit der kanadischen Staffel noch einmal Silber gewinnen. Im japanischen Nagano 1998 nahmen nicht nur Ulrike Lehmann, Anne Eckner und Arian Nachbar vom ESV Turbine Rostock teil, es gab auch zwei Welt- und sechs olympische Rekorde. Erneut war Südkorea erfolgreichste Nation mit 3 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze, aber auch Kanada konnte mit 2 x Gold und 2 x Bronze mehr als zufrieden sein. Je einmal Gold und Bronze ging an das Gastgeberland. China war in Salt Lake City mit 2 x Gold, 2 x Silber und 3 x Bronze die erfolgreichste Short Track Nation. Über zweimal Gold jubelten ebenfalls die Südkoreaner und Kanadier. Apolo Anton Ohno aus den USA gewann die 1500 Meter. Bei einem Massensturz der Favoriten aus Korea, den USA und Kanada ist Australiens Steve Bradbury der glückliche Profiteur, der damit das erste olympische Wintersport-Gold für „Down Under“ holt. Aus Rostock nahmen 2002 Aika Klein, Ulrike Lehmann Andre Hartwig und Arian Nachbar teil. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gibt es gleich zwei Drachfach-Sieger. Während Jin Sun-yu aus Südkorea Erste über 1000 Meter, 1500 Meter und in der Staffel wird, kann ihr Landsmann neben seinen Goldmedaillen über 1000 Meter, 1500 Meter und in der Staffel noch einmal Bronze über 500 Meter erkämpfen. Die restlichen beiden Goldmedaillen gehen an China (Wang Meng – 500 Meter) und die USA (Apolo Anton Ohno – 500 Meter). Ewiger Medaillenspiegel der olympischen Wettbewerbe im Short Track 1992-2006 Nation – Gold-Silber-Bronze
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