50 JAHRE ENERGIESPORTVEREIN TURBINE ROSTOCK
TRADITIONSVEREIN DER ENERGIEWIRTSCHAFT


Der Sportverein Turbine Rostock – der Traditionssportverein der Rostocker Energiewirtschaft – hat Geburtstag! Er wurde vor 50 Jahren, am 02. Oktober 1951, gegründet. Ein Ereignis, das uns mit Stolz und Freude erfüllt, das uns Würdigung abverlangt.
50 Jahre Turbine Rostock, das sind 50 Jahre Geschichte des Sports im territorialen Energieversorgungsbetrieb, das ist die Geschichte von sportlichen Erfolgen und Misserfolgen, die Geschichte von Siegen und Niederlagen, aber immer die Geschichte von Menschen, die Freude am Sport empfinden, die Körper und Geist gesund erhalten und ihre Kräfte gegeneinander messen wollen, die sich mit Leib und Seele dem Sport verbunden fühlen, aktiv tätig sind oder auch ehrenamtliche Aufgaben übernehmen.
Schauen wir unseren Sportlerinnen und Sportlern über die Schulter – in die Wiege des Vereins – lassen wir die bedeutendsten Ereignisse der vergangenen 50 Jahre Revue passieren.
Im Erkennen der Bedeutung des Sports für die Gesunderhaltung der Werktätigen, für das Betriebsklima, die Qualität der Arbeit und ausgehend von den Beschlüssen der zentral geschaffenen Sportvereinigung Turbine konstituierte sich im Sommer 1951 der „Vorbereitende Ausschuß zur Gründung der Betriebssportgemeinschaft Turbine Rostock“.
In einer ersten Interessentenumfrage im Juli 1951 erklärten sich nur 8 von 800 Betriebsangehörigen zur Ausübung sportlicher Aktivitäten bereit. Werbung war angesagt. Sie hatte Erfolg. An der Gründungsversammlung der BSG Turbine Rostock am 02. Oktober 1951 in der damaligen Hauptdirektion des Energiebezirkes Nord, St.-Georg-Platz 6/7 nahmen bereits 117 Sportfreundinnen und Sportfreunde teil. Zum Vorsitzenden wählten sie den Sportfreund Rudi Rockmann. Als erste gründeten sich 1951/52 die Sektionen Kegeln, Fußball, Gymnastik/Turnen und Tischtennis.
Obermeister Willi Warkentin war es, der, fußballbesessen, die interessierten Sportfreunde auf das Feld führte. Ein ausgeklügeltes Trainingssystem gab es nicht, es wurde durch Begeisterung und Spielfreude ersetzt. Häufig ging es auch zu Freundschaftsspielen über Land, dann organisierte der Mannschaftsleiter unter schwierigen Bedingungen, aber mit starkem Willen, Transportmittel und Verpflegung.
Zum Stamm der Turbine-Ballkünstler gehörten damals u.a. Bernd Witte, Peter Sturm, Herbert Blaschke, Dieter Schönbeck, Charlie Ehrik, Achim Reimann, Bernd Kniffka, Bodo Schulz und Jupp Pilz, der spätere erfolgreiche Trainer im Rostocker Frauenfußball.
Auch damals suchte man im Umfeld nach Verstärkung und konnte „ablösefrei“ Mitglieder der Wohngebietsmannschaft „Schwaaner Landstraße“ an der Spitze mit Eckhard Wendt, Wolfgang und „Fieten“ Wegner gewinnen.
Der Leiter des Fuhrparkes, Sportfreund Alfred Kurth, ergriff das Lenkrad der Sektion Kegeln, führte es mit Konsequenz und Geschick.
Auf den Ergebnissen seiner Arbeit bauten sich die Erfolge der kommenden Jahre auf.
Wechselvoll verlief die weitere Entwicklung des Vereins. Rudi Rockmann wurde nach Schwerin versetzt und Sportfreund Willi Giese übernahm Mitte 1952 den Vorsitz des Vereins. Mit ihm und dem Sportfreund Kurt Vetter als Sektionsleiter nahm die noch 1952 gebildete Sektion Volleyball einen kometenhaften Aufstieg. Sie konnte sich bald zu den besten mecklenburgischen Mannschaften zählen.
Kurt Vetter, im Betrieb neben seiner kaufmännischen Arbeit auch als Magier bekannt, hatte mit Fleiß und Sachkenntnis eine gut harmonierende Mannschaft zusammengeschweißt. Die leider häufigen dienstlichen Veränderungen, Versetzungen führten jedoch zur späteren Auflösung des erfolgreichen Teams.
Am 1.3.1953 erhielten die Kegler zahlen- und leistungsmäßige Verstärkung durch den Beitritt von ehemaligen Mitgliedern des am 24.6.1926 gegründeten Kegelvereins „Jung Eiche“. Mit dem Schalk in den Augen stellen wir also fest, wir sind nicht 50 Jahre alt, sondern unsere Ahnentafel reicht schon 75 Jahre weit zurück.
Wir freuen uns sehr, dass wir aus dieser – damals zu uns gestoßenen Handwerkergilde – eine sehr erfolgreiche Keglerin, nämlich Lotti Mühlenstedt, mittlerweile 85 Jahre zählend, zum festlichen Empfang am 02.10.2001 begrüßen können.
Lotti hat 6 x an DDR-Einzelmeisterschaften teilgenommen und 1965 eine Bronzemedaille erkämpft.
1953 war auch das Gründungsjahr der Abteilung Wassersport. 6 hölzerne Paddelboote zum Stückpreis von 260,- M bildeten die erste, turbineeigene Warnowflotte. Es herrschte Aufbruchstimmung.
Mit viel Freude und in bemerkenswerter Kollektivität wurde das Sportprogramm ausgebaut und der Grundstein für das Bootshaus Gehlsdorf gelegt.
Der vereidigte Prüfamtsleiter des Zähleramtes, Helge Raths, liebevoll „Heggie“ genannt, machte sich den Aufbau des Bootshauses zur Herzenssache. Sein Name steht als Inbegriff aller Initiativen zur Errichtung der Sportanlage an der Spitze einer langen Liste fleißiger, unermüdlicher Helfer, die tausende Arbeitsstunden leisteten.
Jochen Brümmer, Karl Kuller, Rainer Siebert, Lehrling Manfred Pelikan, seien noch besonders genannt. Die Paddler drängten aber zum Segeln. Detlef Ziemann und Bruno Hardtke bauten 5 Segelboote der Optimistenklasse, Kurt Lück avancierte zum ersten Übungsleiter.
Das Kollektiv entwickelte sich – aus anfänglichem Spaß am Segeln wurde Ernst – die Abteilung erhält weitere Boote, meldet für erste Regatten und steigt in den aktiven Wettkampfbetrieb ein.
1975 trennen sich die Segler von den Wasserwanderern. Sie schauen sich im Binnenland nach neuen Segelrevieren um und entdecken für sich die Müritz.
Die Sportfreunde Jochen Brümmer und Detlef Ziemann entfachen eine Welle außerordentlicher Begeisterung für den Bau des Wassersportobjektes, des Segelstützpunktes Waren. Tausende freiwillige Arbeitsstunden bringen einen Wert von einer halben Million Mark.
Besondere Unterstützung erhalten sie vom damaligen BSG-Vorsitzenden Rudolf Gabriel, vom Sportfreund Werner Stieblich und von der Kombinatsleitung.
Am 01.7.1978 ergreifen die Sportlerinnen und Sportler Besitz von diesem wunderschönen Objekt.
Die besonders von den Sportfreunden Jochen Brümmer und Detlef Ziemann mit viel menschlicher Wärme und Feingefühl vorgenommene Ausbildung der Kinder und Jugendlichen trug ihre Früchte. Hervorragende Plazierungen bei den Spartakiaden und DDR-Meisterschaften bis hin zu Goldmedaillen waren der Lohn angestrengter Arbeit.
Am 20.3.1990 trennten sich die Segler vom Sportverein Turbine und veranlassten die eigenständige Eintragung in das Vereinsregister.

Zurück zur chronologischen Darstellung

Im Dezember 1958 trommelte Sportfreund Edmund Mitzlaff 8 bekanntermaßen sportinteressierte Betriebsangehörige zusammen und eröffnete ihnen, dass sie als Federball-Mannschaft für die Wettkampfsaison 1959 gemeldet wurden und im Januar 1959 das erste Punktspiel bei der SG Aufbau Ribnitz auszutragen hätten. Die 8, nämlich Erika Gurowski, Ursula Klützow, Waltraud Lüthge, Magdalene Schütt, Achim Reimann, Walther Heise, Joachim Flemming und Wolfgang Gurowski machten zunächst ganz erstaunte Gesichter, erklärten aber in jugendlichem Überschwang ihre Bereitschaft zur Mitarbeit und begannen zu üben, trainieren, das wäre noch zu hoch gestapelt. Natürlich kam es zur erwarteten Pleite, 0 : 11 stand es am Ende der Partie, aber die Presse formulierte
„... Turbine ist eine junge, hoffnungsvolle Mannschaft, die ihren Weg gehen wird...“
Das gab Auftrieb. Noch 1959 verstärkte sich die Mannschaft mit den Sportfreunden Gerhard Hoffmann, Helmuth Brügmann und der Sportfreundin Annelies Klingbeil.
Der Marmorsaal des Hallenschwimmbades „Neptun“ fungierte als Trainingsraum.
Als er gesperrt wurde, war guter Rat teuer. Für den Enthusiasmus der Truppe spricht, dass sie in den Speiseraum des Gaswerkes Rostock umzog, obwohl dort vor und nach dem Training die 4 Kronleuchter, die den Flug der Bälle behinderten, demontiert bzw. montiert werden mussten. Bald aber kam Abhilfe, den Federballern wurde eine Sporthalle zugewiesen.
1960 wurde die Mannschaft Staffelsieger der Bezirksliga-West und musste gegen den Staffelsieger Ost, die SG Einheit Greifswald im Kampf um die Bezirksmeisterschaft antreten. Turbine gewann in einem spannenden Wettkampf, nach einem 2 : 5 Rückstand noch mit 6 : 5.
Zunächst Wolfgang Gurowski, dann Walter Morawek und später Achim Reimann setzten sich als Sektionsleiter mit ganzer Person für die Belange um den kleinen gefiederten Ball chinesischer Produktion ein, führten die Mannschaft 2 x in die DDR-Liga und 1961 zu einem internationalen Vergleich mit der dänischen Mannschaft von DAI Kopenhagen. In Einzel-, Doppel- oder Mixeddisziplinen wurden in der Folgezeit zahlreiche Kreis- und Bezirksmeistertitel errungen.
Gerhard Hoffmann/Achim Reimann im Herrendoppel und Waltraud Lüthge/Gerhard Hoffmann sowie Ursula Klützow/Achim Reimann im Mixed waren dabei die Erfolgreichsten.
Eine Jugendmannschaft mit Rita Lederbogen, Elke Techel, Hans-Jürgen Schirrmacher und Knut Eberlein agierte sehr erfolgreich und war der Ausgangspunkt für viele hervorragende Ergebnisse.
Von Spartakiaden brachten unsere Kinder und Jugendlichen 25 Gold- und je 50 Silber- und Bronzemedaillen mit.
Svea Sommerfeld stand bei Bezirksmeisterschaften wiederholt auf dem bronzenen Treppchen und erreichte einmal bei DDR-Meisterschaften Rang vier.
Nach 10jähriger Amtszeit – 1952 bis1962 – übergab Willi Giese die Funktion des 1. Vorsitzenden an Sportfreund Walter Kautz. Die „Gründerzeit“ der BSG war damit abgelaufen. Als besonders verdienstvolle Mitarbeiter in dieser Zeit nennen die Analen die Sportfreundinnen und Sportfreunde Erwin Frank, viele Jahre Schatzmeister, Herbert Kempe (8000 Aufbaustunden an Sportobjekten), Elfriede Iredi (u.a. 17 Jahre Kassenwart), Dieter Schoof, Edmund Mitzlaff, Jochen Sager, Werner Stieblich, Alfred Fock und Alfred Kurth.

Aber weiter in chronologischer Folge.

1966 fanden sich in Rostock Interessenten für das Bowling-Spiel. Sie fackelten nicht lange, schritten zur Tat und errichteten in nur 4 Monaten mit einem Aufwand von 9500 Stunden in Marienehe eine 4-Bahnenanlage.
Aus unserem Verein begeisterten sich 7, dann 12 Mitglieder für diese Sportart.
Dabei waren Klaus Bernitt, Udo Draeger, Klaus-Peter Iredi, Siegfried Kröger, Alfred Pagels, Hans-Joachim Rambow, Helmut Rickert, Arno Schankin, Dieter Schoof, Karl-August Schuldt, Jochen Storrer, Günther Wachs.
Das führte natürlich zu einem Leistungseinbruch beim Bohlekegeln. Die bis dahin „gefürchtete“ Männermannschaft war so geschwächt, dass sie in den Abstiegsstrudel geriet, der erst in der Kreisklasse endete.
Im Bowlingbereich hingegen ging es aufwärts. Unsere Sportlerinnen und Sportler spielten sich in die Auswahlmannschaften der Stadt, des Bezirkes und des heutigen Landes.
Viele Meisterschaftspokale, Turniererfolge, Ostseewochenmedaillen, persönliche Einzeltitel und Plazierungen wurden erkämpft. Turbine avancierte zum Spitzenverein.
Von 1973 bis 1980 fungierte dann Rudolf Gabriel als ebenfalls ehrenamtlicher BSG-Vorsitzender. Seine Amtszeit ist durch die Einleitung vieler organisatorischer Maßnahmen zur Stabilisierung des Vereins, zur erhöhten Aktivität im Jugendsport und zur Absicherung vielfältiger Investitionen gekennzeichnet. Sportfreund Jürgen Kirchhoff, damals Technischer Direktor im Energieversorgungsbetrieb, musste R. Gabriel wiederholt für die Wahrnehmung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit „freischießen“.
Die Palette des Sportangebotes war groß. Mit Unterstützung durch die Sportkommission und durch den hauptamtlichen Sachbearbeiter des Energieversorgungsbetriebes wurde begonnen, neben dem geordneten Trainings- und Wettkampfbetrieb eine Vielzahl interessanter und werbender Veranstaltungen zu organisieren wie

  • Betriebssportfeste
  • Abendsportfeste mit Beteiligung aus den Netzbetrieben Wismar, Stralsund, Greifswald und dem polnischen Partner Dolna Odra sowie sowjetischen Sportfreunden
  • Kombinatsbestenermittlungen
  • Energiearbeiterregatten in Waren-Müritz
  • Pausentischtennis
  • Abendsportfeste in Markgrafenheide mit Gästen aus der damaligen CSSR, Polen und Ungarn
  • Kindersportfeste
  • Eissportfeste
  • Fußball- und Volleyballturniere.

Diese Veranstaltungen fanden großen Anklang und förderten die Kollektivität. Gemeinsamkeiten wurden vom Sportplatz auf die betriebliche Arbeit übertragen. Man verstand sich besser, man arbeitete Hand in Hand zum Nutzen des Betriebes und des Vereins. Die Organisation der genannten Veranstaltungen, ehrenamtlich ausgeführt, die tagtäglich durchgeführten Trainingsstunden, Wettkämpfe und die umfangreichen organisatorischen Aufgaben erforderten außerordentlichen Aufwand. Ein Auszug aus einer früheren Festrede würdigt diesen Sachverhalt mit den Worten: „Welche Beharrlichkeit und Ausdauer, wieviel Lust und Liebe zur Sache, welche Kleinarbeit und wieviel Verzicht auf persönliche Freizeit gehören dazu, um Erfolge zu erreichen und sie zu wiederholen“.

Bis 1980 als BSG-Vorsitzender tätig, fallen in die Amstzeit des Sportfreundes Gabriel besondere Aktitiväten:

  • 1973 wird erneut eine Sektion Volleyball gegründet, Sportfreund Herbert Lau
    führt sie und macht sich um breitensportliche Arbeit verdient
  • 1974 wird unter Gunter Greiner eine Sektion Schach ins Leben gerufen,
    leider werden Dame und König bald müde und die Sektion fällt in einen
    Dornröschenschlaf
  • am 5.2.1975 splittet sich die Sektion Segeln in 2 Gruppen 63 BSG-Mitglieder betreiben weiterhin Segelsport, 27 bilden die Sektion Wasserwandern. Hans Röwer, Dieter Schönbeck, Bodo Felske und Gerhard Below schwingen hier das Zepter. Wie in vielen anderen Fällen setzen auch hier die Energiearbeiter viele Kräfte frei, unterstützen 1978 den Bau eines
    Bootshauses am Warnowarm „Gaswerk“ pflegen und warten es bis in die heutige Zeit.
  • 1978 bemüht sich Peter Hänsch um den Neuaufbau einer Sektion Gymnastik und Turnen. Mit mehr als 100 Mitgliedern erreicht die Sektion zahlen- und leistungsmäßigen Zuwachs.
    Durch den Ausfall des Sektionsleiters wird die Arbeit in dieser Disziplin 1980 eingestellt.
    Ein zeitaufwendiges Hochschulstudium des Vorsitzenden fordert vielfach den Einsatz des Sportfreundes Alfred Fock als amtierenden Vereinschef.

Der erhebliche Mitgliederzuwachs, die Vielzahl und das Niveau der Sportveranstaltungen machen jedoch den Einsatz eines hauptamtlichen BSG-Vorsitzenden dringend erforderlich.
Den drängenden Worten des Sportfreundes R. Gabriel trägt die Kombinatsleitung Rechnung und setzt noch 1980 den Sportfreund Wolfgang Wünsche als Vorsitzenden hauptamtlich ein. Bis 1987 übt er diese Funktion aus. Danach springt Horst Klein kurzzeitig in die Bresche, um noch im Dezember des gleichen Jahres die Geschäfte an den ehrenamtlich aktiven Peter Anders zu übergeben. Peter kann sich auf den hauptamtlich bestellten Geschäftsführer Uwe Krawzik stützen.
Diese Etappe, ab 1980, steht ganz im Zeichen des Ausbaus, der Vertiefung der vor dem eingeleiteten Maßnahmen. Der Erfolg in dieser Periode ist dokumentiert durch das Anwachsen der Zahl der aktiven Sportlerinnen und Sportler. Mit 683 Mitgliedern erreicht die BSG 1989 ihr bisheriges Maximum.
Weiter im Rhythmus der Ereignisse.
Auch inhaltlich wächst der Verein. Im März 1981 waren die Bemühungen des Sportfreundes Wolfgang Wünsche zur erneuten Bildung einer Sektion Frauengymnastik erfolgreich.
Aus Berlin wird die Tanzpädagogin Breuer geholt. Sie baut die Abteilung auf, vereint Energiearbeiterinnen und Bürgerinnen der nordwestlichen Stadtgebiete, arbeitet ein halbes Jahr lang mit ihnen. Als Nachfolgerin wurde Karin Fiedler aktiv. Sie absolvierte Übungsleiterlehrgänge, befähigte sich zu anspruchsvollen Trainingsprogrammen und war mit Leib und Seele dabei. In einem Rechenschaftsbericht der BSG-Leitung wird über ihre Arbeit gesagt:
„ ... Einsatzbereitschaft, Ehrgeiz, Härte und Regelmäßigkeit verlangt sie von den aktiven Frauen. Sie selbst ist Vorbild, gibt anderen Frauengruppen Anleitung und Unterstützung ...“
Helga Stasny, Brigitta Brand (1981), Rosi Zerbe und Ingrid Tessenow (1983) sind Wegbegleiter für Karin Fiedler aus den Gründerjahren der Abteilung.
1985 wurde eine zweite Sportgruppe gegründet, die ihr Trainingszentrum in der Innenstadt Rostock hat. Petra Kiele war hier die erste Übungsleiterin. Leider musste sie ihre Funktion 1993 aufgeben. Nach Tina Lippstreu ist nun Christin Kölzow für das Training verantwortlich.

Zurück zur Chronologie.

Die anerkannt niveauvolle Jugendarbeit der BSG TURBINE, 1982 waren 300 Jugendliche aktiv, war dem damaligen DTSB Kreisvorstand Anlaß, das Trainingszentrum Eisschnellauf von der BSG Chemie 70 am 1.4.82 an unseren Verein zu übergeben. Zum Leiter des Trainingszentrums wurde Rudolf Gabriel berufen. Als Trainerin übernahm Karin Schmidt die sportliche Betreuung von 45 Kindern. Als Trainingsfläche stand das Eishockeyfeld in der Eissporthalle zur Verfügung. Die Wettkämpfe wurden jedoch auf 400 m Bahnen ausgetragen. Die nächste aber, Berlin, war 240 Kilometer entfernt. Das waren unglückliche oder ungünstige Bedingungen. Trotzdem gelang es dem Team Sportler auszubilden, deren Leistungen eine Delegierung zum TSC Berlin, nach Dresden oder auch Erfurt rechtfertigten, z.B. 1983 Maik Bruhs (TSC), 1984 Heike Winter (TSC), 1984 Carmen Wilke (Dresden), 1985 Andreas Held, 1986 Rene Schmidt (beide TSC).
Die gesellschaftlichen Veränderungen führten dazu, dass der Sportverein Turbine aus der Obhut seines Trägerbetriebes, dem Energiekonbinat Rostock, entlassen wurde und als eigenständiger, juristisch unabhängiger Verein seinen Weg suchen musste. Die Tradtitionen, die enge Bindung zur Energiewirtschaft sollten gewahrt bleiben.
Im Ergebnis dieser Überlegungen fand am 2.7.1990 die Gründungsversammlung des Energiesportvereins Turbine Rostock statt. Mit der Eintragung in das Register beim Kreisgericht Rostock am 23.7.1990, unter der lfd. Nummer 174, war der Verein rechtsfähig.
Peter Anders als 1. Vorsitzender hatte den Verein gemeinsam mit dem Geschäftsführer, Uwe Krawzik, in eine neue Epoche geführt.
Es bedurfte eines großen Aufwandes, um sich die Gesetze und Erfordernisse der Vereinsführung anzueignen.
Mit der Erklärung des Finanzamtes, „ ... Die Körperschaft verfolgt nach ihrer Satzung ausschließlich und unmittelbar besonders förderungswürdige gemeinnützige Zwecke, ... „ waren dann aber die Voraussetzungen für eine eigenständige Arbeit geschaffen.
Ohne die tatkräftige materielle und finanzielle Hilfe der HEVAG und der neu gegründeten Stadtwerke Rostock aber hätte der Verein auf verlorenem Posten gestanden, nicht die Möglichkeiten seiner erfreulichen Entwicklung gehabt.
Die Sportlerinnen und Sportler unseres Vereins wissen die gewährte und noch währende Hilfe hoch zu schätzen.
Am 09.9.1991 wurde Sportfreund Wolfgang Gurowski zum 1. Vorsitzenden des ESV TURBINE Rostock gewählt. Mit Peter Anders, Gisela Paetzel, Rudolf Gabriel, Margarete Holtfoth und Uwe Krawzik stand ihm ein leistungsstarkes, verlässliches Vorstandskollektiv zur Seite.
Die Abteilungsleiter Achim Reimann, Hans-Jürgen Cordt, Karin Fiedler, Rüdiger Kaun, Jochen Sager, Herbert Lau und Günter Dittmann, ebenfalls alle ehrenamtlich aktiv, führten ihre Bereiche mit Enthusiasmus, Sachkenntnis und Freude.
Trotzdem war die Mitgliederzahl von 683 im Jahre 1989 auf 237 im Jahre 1992 gefallen. Heute treiben in unserem Verein wieder 423 Mitglieder mit Freude Sport. Die vielfältigen Probleme des Neubeginns haben wir gemeistert und waren immer um qualitative Veränderungen, Verbesserungen bemüht.
Vollziehen wir jetzt einen Zeitsprung in unser gegenwärtiges Sportleben.

Unsere Zielstellungen sind heute:

  • niveauvollen, vielseitigen Breitensport anzubieten
  • den Seniorensport zu erweitern und älteren Menschen sowohl die Möglichkeiten der sportlichen Betätigung als auch der Kommunikation zu geben
  • der Aufbau eines erfolgreichen Leistungssportes
  • die Entwicklung von SpitzensportlernZu den Abteilungen im einzelnen:
    • Badminton ist in unserem Verein eine typische Breitensportabteilung, wenn auch Britta Schulke, Martin Herhaus und Stefan Quaasdorf im Nachwuchsbereich Edelmetall bei Landesmeisterschaften gewinnen konnten. Dem Abteilungsleiter, Achim Reimann, gelingt es immer wieder, 15 bis 20 Schüler und Jugendliche für Badminton zu werben. Leider ist die Fluktuation groß. Durch Beteiligungen an dänischen Trainingslagern, Teilnahmen an Einzel- und Ranglistenturnieren weckt er Begeisterung und Spielfreude bei den Sportlerinnen und Sportlern im Nachwuchsbereich, versucht so die Abgänge in Grenzen zu halten.
      Im Seniorenbereich rinnt der Schweiß, lässt der Ehrgeiz keine Ruhepause zu, wird der Ball mit Vehemenz geschmettert oder gefühlvoll serviert. Absoluter Höhepunkt ist für die Senioren das schon 16 mal ausgetragene, jährliche, offene Mecklenburger Oldieturnier, ausgerichtet von Turbine. Hier kreuzen die Asse der 50er und 60er Jahre die Schläger, begeistern sich an gelungenen Passagen.
      Teilnehmer sind neben mecklenburgischen Mannschaften auch Sportlerinnen und Sportler aus Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen. Am Abend wird dann gefachsimpelt, der Faden gesponnen „ ... weißt Du noch, damals ... „
    • Die Abteilung Fußball ist ganz entgegen der allgemeinen Popularität in unserem Verein einem ständigen auf und ab unterworfen.
      Wiederholt gegründet, wiederholt eingeschlafen, konnten „Hanning“ Cordt und Andreas Gurowski in den 90er Jahren noch eine kombinierte Turbine/Betriebsmannschaft auf die Beine stellen, Turniere organisieren. Heute bleibt es Sportfreund Ralf Döring vorbehalten, die breitensportlichen Aktivitäten in den Stützpunkten Upahl und Grimmen/Wolgast zu sichern, sich zu bemühen am Standort Rostock für einen neuen Fußballfrühling zu sorgen.
    • Ein Glanzstück unseres Vereins ist die Abteilung Frauengymnastik.
      In der heutigen, seit 1981 wirksamen Struktur, führt Karin Fiedler, selbst 20 Jahre dabei, die Abteilung.
      Mit ihrer Ausbildung in der Rückenschule und im „Sport über 50“ sowie dem Erwerb der Kenntnisse zur Wirbelsäulengymnastik leistet sie nicht nur Breitensport schlechthin, sondern wertvolle medizinische Arbeit zur Gesunderhaltung von Geist und Körper.
      Die Gemeinsamkeiten der heute 48 Teilnehmerinnen beschränken sich nicht nur auf das sportliche Training, sondern erstrecken sich auf viele Freizeitaktivitäten, vom Grillabend bis zur Radtour. Eine tolle Truppe. Und es ist immer wieder begeisternd und überraschend zugleich, mit welcher Freude und Kontinuität sich die Frauen nach getaner Arbeit, nach Erledigung von Haushaltsaufgaben abends zur sportlichen Betätigung einfinden.
    • Gekegelt wird in unserem Verein durchgehend schon seit seiner Gründung und das unter vielfach miserablen Trainingsbedingungen. Erst am 23.9.1962 wurden die Bahnen in Marienehe, errichtet mit dominanter Unterstützung der Sportlerinnen und Sportler Rostocks, in Betrieb genommen.
      Lotti Mühlenstedt bei den Damen und Dieter Schoof bei den Herren gewannen die Eröffnungsturniere.
      Turbine verfügte mit den Aktivisten der ersten Stunde – Alfred Kurth, Lotti und Fritz Mühlenstedt, Gerda und Herbert Ahrndt, Anita und Helmut Janecke, Martha und Erich Bull, Anni und Herbert Kempe, der Familie Iredi, Jochen Rambow und Udo Draeger sowie den späteren Generationen um Klaus Pruchner, Werner Hantke, Peter Anders, Joachim Haupt, Gerhard Below, Rüdiger Kaun und Willi Lohrberg – immer über leistungsstarke Sportlerinnen und Sportler, die im Einzel und in der Mannschaft den Gegnern im Bezirk das „Fürchten“ lehrten“.
      Ein außerordentlicher Erfolg gelang der 1. Männermannschaft. Sie erreichte 1966 die Endrunde der DDR-Meisterschaft in Berlin und wurde Vizemeister.
      Eine der besten Turbinekeglerin war Elfriede Iredi. 5 x wurde sie Bezirksmeister im Einzel, vielfach stand sie auf dem Treppchen, erreichte ausgezeichnete Ergebnisse bei DDR-Meisterschaften und wurde 1991 Landesmeisterin. Maik Iredi belegte einen 3. Platz bei den Einzel – DDR Meisterschaften.
      Rüdiger Kaun leistete als Abteilungsleiter gute Arbeit. Anfang der 90er Jahre gab er seine Funktion an Herbert Raupach weiter. Herbert, selbst seit 1975 dabei, hatte sich vor dem sehr um die Entwicklung des Kinder- und Jugendsports verdient gemacht. Leider brachen die Aktivitäten und Erfolge nach 1990 ab. Heute gibt es erste erfolgversprechende Neuanfänge. In der kommenden Saison schickt Sportfreund Raupach 3 Mannschaften in die Wettkämpfe. Seine leistungsstärksten Mitglieder sind bei den Damen Sabine und Jana Helms, Annerose Hellwig, die im Landesmaßstab Spitze sind, sich an Deutschen Meisterschaften beteiligten und bei den Herren Gerhard Below, Willi Asmuß und Willi Lohrberg. Herbert Raupach ist gleichzeitig Seniorenverantwortlicher unseres Vereins.
      In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund organisiert er Breiten- und Seniorensportveranstaltungen, die großen Anklang finden und häufig wegen der großen Nachfrage operativ wiederholt werden müssen.
      Jochen Sager, ein alter Sportsmann, der schon mit Herbert Pankau Fußball spielte, fand 1960 den Weg zur Sektion Tischtennis unseres Vereins. 1965 trat er die Nachfolge unseres legendären Edmund Mitzlaff an, wurde Sektionsleiter. Unter seiner Leitung und mit Unterstützung der noch heute aktiven Spieler Hans-Jürgen Spanke, Mitglied seit 1958 und Wolfgang Pagel (1960), führte er seine Spieler von der Bezirksklasse zur Bezirksliga und weiter in die Regionalliga.
      Für mehrere Jahre etablierte er sein Team in der 2. DDR-Liga. 2 x gewann die Sektion den Bezirkspokal – eine hervorragende Leistung.
      Vielfältige Abwanderungen ließen die Leistungsstärke sinken. Es bedurfte eines großen Engagements, um die Mannschaften im Spielbetrieb zu halten. Das gelang. Tischtennis ist damit neben Bohle die einzige Sektion/Abteilung, die durchgehend seit 50 Jahren im Spielbetrieb steht.
      Vielfach wurden auch Nachwuchskräfte herangezogen, in die Mannschaften integriert und zu hervorragenden Spitzensportlern entwickelt. Einer dieser Sportler ist Matthias Haisch, der bei Jochen Sager das TT-Handwerk erlernte und heute an der Spitze des Landes Mecklenburg-Vorpommern steht.
      Ein besonderer Höhepunkt ist seit Jahren die Teilnahme am großen Uelzener TT-Turnier. 40 Mannschaften streiten um die begehrten Pokale. 2001 konnte Turbine in dem mit Landesligisten gespickten Turnier Platz vier erkämpfen. Mit viel Freude und Spaß aber auch mit hohem Einsatz und Kampfgeist geht nun es in die nächste Meisterschaftsrunde 2001/2002.
      Im Verein besteht eine zweite Sparte TT. Sie ist aus dem Volkssportaufgebot hervorgegangen. 1968 fanden sich im Gaswerk Rostock, die heute noch aktiven Sportler Alfred Fock, Gerhard Hoffmann und Helmut Reichow, sowie der kürzlich verstorbene Heinz Pinnow zusammen, um in der Stadtklasse zu spielen.
      Wichtiger als Titel, Pokale, Urkunden war ihnen und den dazu gekommenen Spielern der Spaß am Spiel, die Freude an der Bewegung und wenn dann mal eine Bestplazierung gelang, wurde das natürlich gern mitgenommen.
      Mittlerweile stehen 3-Herrenmannschaften im Punktspielkampf in der Bezirks-, der 1. und der 2. Stadtklasse. Im Seniorenbereich wurde bei Landesmeisterschaften viel Edelmetall gewonnen. Der absolute Höhepunkt unserer Senioren war die Teilnahme der Sportfreunde Alfred Fock, Gerhard Hoffmann und Helmut Reichow an den Weltmeisterschaften 1996 in Lillehammer. Sie fanden es begeisternd. Nun konzentrieren sich die Sportfreunde Krüger, Berger, Burghard und Krapf als „alte Recken“ mit ihren Mannschaftsgefährten auf die kommende Punktspielrunde.
      Die Abteilung Volleyball, einst Glanzstück des Vereins, ist heute mit einer Herrenmannschaft in der Bezirksliga-West vertreten. In der wechselvollen Geschichte der Abteilung stehen als Höhepunkte das zweimalige Erreichen des Halbfinales im Pokal des Landesverbandes MV zu Buche.
      Ein Ereignis besonderer Art war 1993 die Teilnahme am spanischen Beach-Volleyballturnier in Calella. Von 60 Herrenmannschaften belegten wir hauchdünn geschlagen den 18. Platz und verfehlten damit die Endrunde der 16 Besten.
      Die Damen erkämpften bei 40 Turniermannschaften Platz 3. Der Pokal ist eine besondere Zierde des Sportbüros.
      Besonders bedeutungsvoll waren für den „Trägerbetrieb“ die wiederholt durchgeführten breitensportlichen Volleyballturniere, besonders die bezirksoffenen, die viel Anerkennung fanden. Der vormalige Abteilungsleiter, Herbert Lau, hatte sich um diese Aktivitäten besonders verdient gemacht.
      Bernd Schmidt, heute Abteilungsleiter, ist seit 25 Jahren aktiv, hat viel auf und ab miterlebt, bleibt um die Erweiterung der Abteilung bemüht und stützt sich dabei sehr auf den Mannschaftsleiter Jens Mamerow.
      Im Februar 1995 gründeten 10 ehemalige Energiearbeiter, unter Führung des Abteilungsleiters Joachim Flemming, die Abteilung Wandern und Breitensport.
      Anfangs lag das Betätigungsfeld noch reichlich im Dunklen, es bestand eben nur der Wunsch nach sinnvoller Freizeitgestaltung, nach Betätigung in frischer Luft und nach Kommunikation. Sehr bald fand die Abteilung aber ihr Profil. Über wöchentliches Fitnesstraining, wöchentliche Wassergymnastik, monatliche Kegelabende, Wochenendausflüge und Wanderungen im 14 Tagezyklus reicht das Programm bis zum jährlichen Bergwandern i.d. Alpen, den Dolomiten oder der Tatra.
      Der Verein bietet die Möglichkeit der Beteiligung der Ehepartner bei günstigen Bedingungen. Das anspruchsvolle Programm wird angenommen und mit echter Begeisterung absolviert. Beleg dafür ist das Anwachsen der Mitgliederzahl auf gegenwärtig 50 Personen. Mitglieder sind vorwiegend aus dem Arbeitsprozess ausgeschiedene ehemalige Angehörige der Energiewirtschaft. Neben der Gesunderhaltung von Geist und Körper geht es den Alters- und Frührentnern vielfach darum, Kommunikation zu führen und bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit der Ehepartner der Vereinsamung zu entgehen. Energiearbeiter aus Stralsund haben sich der Abteilung angeschlossen.
      Die mit viel Sorgfalt vorgenommene Auswahl der Aktivitäten, die umsichtige und gründliche Vorbereitung aller Maßnahmen findet außerordentliche Anerkennung bei unseren älteren Menschen. Der Organisationsaufwand ist sehr groß. Joachim Flemming wird bei der Bewältigung seiner Aufgaben deshalb durch die Sportfreunde Hans Buse, Leon Geber und Klaus Schöne sowie im Wechsel mit rührigen anderen Mitgliedern tatkräftig unterstützt.
      In der Abteilung Wasserwandern wird ausschließlich Breitensport betrieben. Die Abteilung unterhält am Warnowarm „Gaswerk“, auf dem Gelände des „Angler- und Freizeitvereins Mühlendamm e.V.“ in der Neuen Bleicherstraße ein 1978 errichtetes Bootshaus. Zur Nutzung stehen 7 Ruderboote und 4 Paddelboote bereit. 1996 gab Sportfreund Günter Dittmann die Leitung der Abteilung ab und die Wasserwanderer wählten Peter Flegel als Abteilungsleiter. Peter organisiert ruhig und sehr gewissenhaft das Vereinsleben. Im Vordergrund der sportlichen Aktivitäten steht das Erleben der Natur, die Erholung, die Bewegung an der frischen Luft. Das älteste Mitglied, Sportfreund Sambals, unternimmt mit Abstand die meisten Ausfahrten. Vielfach geht es aber auch mit der Anglerausrüstung aufs Wasser und ein vorausgeschicktes „Petri Heil“ hat schon manchem Glück gebracht. Lobenswert sind die Aktivitäten der Wasserwanderer zur Erhaltung ihres Bootshauses. In der Freizeit werden vielfältige Werterhaltungsmaßnahmen, z.B. Dachdecker-, Anstrich- und Zimmermannsarbeiten ausgeführt. Wenn dann alles Notwendige gerichtet ist, versammelt man sich am Lagerfeuer, am Grill und die „Läuschen“ haben freien Lauf.
      Seit der Gründung der Abteilung Bowling (1966) hat sich das Team in der Spitze des Bezirkes, des Landes MV gehalten. Die Medaillensammmlung für Mannschafts- und Einzeldisziplinen ist groß. Mehrere Aufsteller sind notwendig, will man den mit Fleiß erkämpften Medaillensegen zeigen.
      Waren vor dem Bohle und Bowling in einer Sektion zusammengefasst, erfolgte auch bei uns eine Trennung nach dem Muster der Verbände. Günther Wachs und heute Dieter Schoof führten bzw. führen unsere Sportlerinnen und Sportler zu stolzen Erfolgen.
    • Das bisher Größte:
      Als Landesmeister MV im Trio, Altersklasse B, haben Dieter Schoof, Karl-Heinz Bakemeier und Günther Wachs im Juli dieses Jahres an der weltoffenen Europameisterschaft dieser Disziplin teilgenommen. Die Prozedur der Vorbereitung, der Wettbewerb selbst, bleiben ihnen als Höhepunkt ihres Sportlebens auf ewig unvergessen.
      Sie belegten von 144 teilnehmenden Mannschaften aus 17 Ländern und insgesamt 800 Teilnehmern den 74. Platz. Sie waren dabei.
      Nahezu alltäglich muten dazu die Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften an.
      Mit schöner Regelmäßigkeit gewinnen unsere Sportlerinnen und Sportler Meistertitel des Landes MV, die eine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften zur Folge haben. Die besten Plazierungen erreichten dabei unser Mixed Bärbel Suhl/Jürgen Hennig mit einem 6. Platz, Ingolf Basel mit einer Bronzemedaille im Wettkampf der Versehrten und das Seniorentrio mit einem 4. Platz.
      Die Damen haben mittlerweile den Herren das Wasser abgegraben und mehr Titel gewonnen, bessere Plazierungen erreicht. Bärbel und Steffie Suhl, Gabriela Grünwald, Annett Sass, Heike Lucht und Christine Laabs haben sich im Lande harter Konkurrenz zu erwehren, gehören aber zur Spitze Mecklenburg-Vorpommerns.
      Einen besonderen Schwerpunkt der weiteren Arbeit bildet die Gewinnung jugendlicher Spielerinnen und Spieler. Erfolge zeichnen sich zwar ab, aber sichern noch nicht die Fortführung der Erfolgstraditionen.
      2 Jahre lang, 1990/1992, waren wir mit einer Sektion Eisstockschießen unter Leitung des Sportfreundes Horst Klein im Rostocker Wettkampfkarussel vertreten. Die Hallennutzungsgebühren, die weiten Reisen zu landesfernen Wettkampfstätten waren letztlich das AUS für diese Sportart am Standort Rostock und beim ESV TURBINE.
    • Rostocks Eisschnelläufer entdeckten 1991 den Short Track für sich. Jetzt war gegenüber dem traditionellen Eisschnellauf auf der 400 m Bahn für uns die Trainingsbahn gleichzeitig Wettkampfstrecke. Fleiß, Ausdauer, Leistungsbereitschaft zeichneten unsere damals 6 bis 15jährigen Mädchen und Jungen aus. Unter der sachkundigen Anleitung der Trainerin Karin Schmidt und der Führung des damaligen Abteilungsleiters und heutigen Bundesstützpunktleiters Rudolf Gabriel stellten sich bald erste Achtungserfolge ein. Schon 1994 standen Schützlinge von Karin Schmidt bei den Deutschen Meisterschaften 7 x auf dem Siegerpodest. Drei davon ganz oben. Anne Eckner, Arian Nachbar und André Hartwig gewannen Gold. Fleißiges Training, internationale Wettkämpfe, gegenseitiges Verständnis und das Vermögen, sich um des sportlichen Erfolges willen quälen zu können, ließen die Gemeinschaft weiter reifen.
      Die erfolgreiche und kontinuierliche Arbeit im Kinder- und Jugendbereich wurde 1995 und 2000 durch den Deutschen Sportbund und die Dresdner Bank mit dem „Grünen Band“ für vorbildliche Nachwuchsarbeit gewürdigt und anerkannt.
      Die DESG, der DSB bestätigten uns wiederholt als Bundesstützpunkt. Bei den Junioren und Herren entwickelten wir uns zur deutschen Spitze, bei den Juniorinnen und Damen gab es harte Zweikämpfe mit den Dresdner Sportfreundinnen, die uns meist, das erkennen wir neidlos an, eine Nasenspitze voraus waren.
      Ein besonderer Höhepunkt im sportlichen Leben der Abteilung war die Teilnahme von Anne Eckner, Katrin Weber und Arian Nachbar an den Olympischen Winterspielen 1998 im japanischen Nagano. Erwartungsgemäß hingen dort die Trauben für uns unerreichbar hoch. Aber viel konnten wir von den professionellen Läuferinnen und Läufern lernen. Die Teilnahme an der Olympiade stimulierte natürlich auch die daheim gebliebenen Läufer, was sich sehr positiv auswirkte.
      Die größten internationalen Erfolge erreichten Anne Eckner als Bronzemedaillengewinnerin mit der deutschen Damenmannschaft bei den Europameisterschaften 1998 und Arian Nachbar. Er belegte einen ausgezeichneten 2. Platz über 500 m bei der Europameisterschaft 1999 in Oberstdorf und gewann die Bronzemedaille über 1000 m bei der Europameisterschaft 2001 in Den Haag.
      Aber nicht nur diese beiden Vereinsmitglieder machten auf sich aufmerksam. Heute verfügt unser Verein über 15 von 50 Bundeskadern.
      Ulrike Lehmann, Aika Klein, Arian Nachbar, André Hartwig – wir erinnern uns an seinen 1. deutschen Meistertitel 1994 – und André Krauspe wurden von der Sozialministerin des Landes MV, Frau Dr. Martina Bunge, in das Olympiateam 2002 des Landes für Salt Lake City berufen. Erfahrungen für die harten Auseinandersetzungen und die Qualifikation zur Olympiade 2002 konnten Karin Schmidt, Arian Nachbar und André Hartwig bei der Weltmeisterschaft 2001 im südkoreanischen Choju City sammeln.
      Eine solche Entwicklung setzt das besondere Engagement vieler Freunde, Helfer, Sponsoren und Förderer voraus. Wir haben sie mit Horst Schünemann vom Landeseissportverband, Jochen Dietrich vom Olympiastützpunkt, dem Landes- und Stadtsportbund, dem Sportamt sowie mit Presse, Funk und Fernsehen gefunden. Danke.
      Dank auch an die Abteilungsleiterin Frau Gudrun Kiesendahl, die mit großem Engagement alle Kräfte bündelt und mit den hohen organisatorischen Anforderungen zurecht kommen muß.
      Neben dem Kinder- und Jugendbereich, dem Hochleistungssport, hat sich in den vergangenen Jahren ein starkes Team im Breitensportbereich zusammen gefunden, dass sich vor allem dem Eismarathon verschrieben hat.
      Einige der Ausdauerläufer haben in jungen Jahren leistungsmäßig trainiert und heute noch Freude bei ihren sportlichen Herausforderungen. Saisonhöhepunkt bildet der Eismarathon im österreichischen Weissensee. Bis zu 3000 Läufer, vom Profi bis zum Volkssportler, beeindrucken immer wieder und motivieren sich aufs Neue. Wir sind mit 8 Läuferinnen und Läufern dabei.

    Zurück zum Short Track.

    Hohe Anforderungen werden an die Aktiven und die Trainer gestellt. Mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt müssen internationale Erfahrungen gesammelt, ausgewertet, übertragen und erweitert werden. Karin Schmidt kann sich dabei auf Christiane Möser und Toni Liebezeit als Trainer stützen. Mit Angela Siebert und Henry Alm greifen 2 ehemalige Läufer, 2 Experten in den Trainingsablauf ein und außerdem führen 6 Übungsleiter ihre Trainingsgruppen zu höheren Zielen.
    Sie alle zeichnen verantwortlich für die Entwicklung der Abteilung Short Track und wir wünschen ihnen national und international im Wettkampf mit den Professionellen viel Erfolg.

Wir sind alle sehr stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die Tradtion des Sportvereins der Energiearbeiter über 50 Jahre zu erhalten und fortzusetzen.
Natürlich – und das verlangt schon unser Status der Gemeinnützigkeit – sind wir offen für alle Bewerber. An der geschilderten Entwicklung über die vergangenen 50 Jahre, der Gegenwart und der Zukunft hat der jeweilige Vorstand besonderen Anteil. Heute besteht er aus dem 1. Vorsitzenden, Sportfreund Wolfgang Gurowski und dem 2. Vorsitzenden Rudolf Gabriel, dem Kassenwart Gisela Paetzel, dem Sportwart Achim Reimann und dem Jugendwart Joachim Flemming. Wenn in den vorangegangenen Darstellungen die Mitglieder des Vorstandes genannt und ihre Aktiviäten hervorgehoben wurden, dann ist Gisela Paetzel zu kurz gekommen. Seit 1974 Mitglied der BSG Turbine, war sie in der Sektion Segeln/Wasserwandern aktiv und schiebt noch heute keine ruhige, sondern eine aggressive Kugel in der Abteilung Kegeln. Seit 1980 ist sie als Schatzmeister/Kassenwart tätig. 21 Jahre verwaltet sie unsere Finanzen, zeigt sich manchmal großzügig, manchmal knickerig, aber immer korrekt, helfend, hat stets die Liquidität im Auge, arbeitet mit finanziellen Vorgaben, gewissenhaften Abrechnungen und sichert so den Fortbestand des Vereins.
Natürlich fordert die dargestellte Entwicklung ganz besonders die aktive Hilfe von Freunden, Helfern und Sponsoren. Der Energieversorgungsbetrieb hat bis 1990 die Arbeit der BSG finanziell abgesichert. Nach 1990 haben beide ortsansässigen Energieversorgungsbetriebe den ESV TURBINE finanziell und materiell unterstützt und damit lebensfähig erhalten.
Die Sportlerinnen und Sportler bedanken sich dafür ganz herzlich bei dem heutigen Gastgeber, den Stadtwerken Rostock und der e.dis Energie Nord AG, die uns in den letzten 10 Jahren beherbergte. Unser Dank gilt gleichermaßen allen Partner, die uns in irgend einer Form finanziell oder auch materiell unterstützen.
Ich wiederhole – wir sind froh und stolz darauf, dass es uns mit Unterstützung von Freunden und Sponsoren, der Stadt und dem Land gelungen ist, 423 Sportlerinnen und Sportlern die Möglichkeit zu geben, regelmäßig und engagiert Sport zu treiben.
Nach dem Effekt der körperlichen Ertüchtigung nehmen wir vielen, vor allem älteren Sportfreunden das Gefühl der Vereinsamung, stellen sie mitten in das sportliche Leben, die Gemeinschaft.
Herzlichen Dank sagen wir nochmals allen Freunden, Helfern und Sponsoren, allen ehrenamtlichen Kräften und Funktionären.
Herzlichen Dank und herzliche Gratulation sagen wir all’ den hunderten Sportlerinnen und Sportlern, die in den vergangenen 50 Jahren und heute im Sportverein TURBINE Rostock aktiv waren und sind, unseren Verein zu dem gemacht haben, was er ist, ein anerkannter Aktivposten im Breiten- und Spitzensport der Hansestadt Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.