„Schwaaner Handball“ Ausgabe vom 10. März 2010: Schwaaner Oberligamänner
spielen groß auf und festigen so den Platz im Mittelfeld
Oberliga der Männer Schwaaner SV – SV Matzlow-Garwitz 37:29 (17:11)
Wichtige Punkte im Abstiegskampf
Schwaaner erteilen sich und dem Gegner eine Lehrstunde
SCHWAAN. Damit haben nicht mal die treuesten Fans des Schwaaner SV in ihren kühnsten Träumen gerechnet. Die Handballherren des Vereins gewannen gegen den SV Matzlow-Garwitz, Tabellensiebter der Oberliga, mit 39:32 Toren. Noch in der Hinrunde gab es mit dem 28:38 eine deftige Klatsche für die Schützlinge von Trainer Detlef Vogt. Doch dieses Mal war alles anders. In der ersten Halbzeit sahen die Besucher in der Beke-Halle eine Schwaaner Mannschaft, die ihre beste Leistung in dieser Saison ablieferte. Taktisch und kämpferisch war es eine Meisterleistung. Ein überragender Kay Ullrich im Tor, der bis zum Spielende über 50 Prozent der Bälle abwehrte, eine schier unüberbrückbare Deckung mit Andreas Stegemann und Bernt Kratkey sowie ein schneller Angriffswirbel, in dem Steffen Strube, Christian Polkow, Marcel Frieser und Ralf Prestin Glanzpunkte setzten, ließen die Gäste, die als Favorit nach Schwaan kamen verzweifeln. Den Matzlowern fehlten die Ideen, sie versuchten sich in Einzelaktionen, die am Ende aber auch nicht viel einbrachten.
Der Schwaaner SV gab Gas und setzte die Vorgaben des Trainers sehr gut um. Dazu zählte beispielsweise auch die Manndeckung von der ersten Minute an für den vermeintlich stärksten Spieler der Gäste. Der hatte nichts zu lachen genauso wie seine Kollegen, und so sorgte der 21:12-Halbzeitstand – Wann gab es das schon mal in der Oberliga? – für eine beruhigende Momentaufnahme.
Eine Vorentscheidung war es allerdings noch nicht, denn die Vergangenenheit hatte schon oft bewiesen, dass die Schwaaner Handballwelt zwei Gesichter hat. Diesmal brauchte aber keiner auf der Zuschauertribüne mehr Angst haben. Die Schwaaner präsentierten sich stark, auch wenn der Trainer zum Schluss durchwechselte und Spielern der zweiten Reihe ebenso eine Einsatzchance gab. Der sportliche Einbruch blieb aber aus, ein Vorteil gegenüber dem am Ende fassungslosen Gegner. Dieser konnte zwar noch einmal Resultatskosmetik betreiben und von einem 21:34-Rückstand, Mitte der zweiten Halbzeit, auf sieben Tore verkürzen, doch die Niederlage stand schon lange fest. „Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich das Ergebnis und auch die Art und Weise nicht für möglich gehalten. Das war eine tolle Leistung meiner Mannschaft, die uns auch in der Tabelle im Kampf um den Klassenerhalt wieder etwas Luft verschafft“, sagte Detlef Vogt nach dem Spiel. „Gerade nach der ärgerlichen Niederlage gegen Warnemünde vor zwei Wochen hatten wir uns diesmal einiges vorgenommen, was uns auch hervorragend gelungen ist.“
Übrigens, die Schwaaner mussten verletzungsbedingt auf Carsten Jörn und Oliver Erdmann verzichten. Jörn wurde am Knie operiert und fällt für den Rest der Saison aus. Erdmann stand im Kader, machte auch das Aufwärmtraining mit, doch entschieden die Trainer danach, dass ein Einsatz zu risikovoll wäre.
Dirk Behm
Der Schwaaner SV spielte mit: Pannwitt, K. Ullrich – Kratkey (8/7), Ender, Polkow (6), Schulz (3), Stegemann (1), Prestin (4), C. Ullrich (3), Ahrens, Frieser (3), Strube (11).