Einmal mit Doppelhand um Fünen rum

Die Kea machte sich am letzten Donnerstag auf in Richtung Fünen, um an der Regatta "Rund Fünen Klassik " mitzusegeln.
Nach 60 Seemeilen machten wir in Spotsberjerg fest und beendeten den Tag mit einer kleinen Grillerei und einem schönen Weinchen. Freitag hieß es früh aufstehen und weiterzusegeln (motoren), denn der Strom in diesen Gewässern kann stark sein. 1,5 kn Strom gegenan ist schon heftig. Wir kamen grade rechtzeitig in Kerteminde zur Steuermannsbesprechung an und erfuhren so alles über den Kurs und das Wetter.
Die nächsten Stunden waren mit Basteln und Ausräumen des Bootes beschäftigt.Anschließend wurde die Konkurrenz besichtigt ( Schokacola, Rotscher und viele andere "Schwarze" Schiffe ).

Beim letzte Briefing am Sonnabend morgen wurde uns die Kursrichtung bekanntgegeben. Um 10 war Start und wir fuhren als einer der Ersten los. Ein tolles Bild ist es schon, wenn man von 160 Schiffen unter Spinnaker verfolgt wird. Aber schnell sind die großen schwarzen Schiffe vorbei gewesen. An der großen Belt Brücke wurde es zum ersten mal eng und so krachte es ordendlich hinter uns als ein 40 Füßer auf Grund lief. Alle hinter ihm schlugen sehr schnell einen Hacken. Nach der Brücke machte uns der schwache Wind und der Strom, der uns zurücktrieb das Leben schwer und so dauerte es Stunden bis wir die Einfahrt in den Svendborgsund erreichten. Es wurde langsam dunkel und der Wind schlief immer mehr ein. Das Feld schob sich wieder zusammen und alle kämpften mit den letzten Böieleinchen. Der besondere Kick war dann die Autobrücke bei Svenborg , wo der Strom ganz schön fett durch die Pfeiler fegte und eine Yacht auf die Felsen drückte.
Bei Nacht ganz schön Sch....
Wir kämpften uns durch und die nächsten Fahrwassertonnen sahen wir bis zu vier mal.
Die nächste Überraschung war dann der Morgennebel, der uns die Sicht nahm.
Aber bis zum kleinen Belt war die Sonne wieder da und wir hatten eine rasante Fahrt durch Middelfahrt. Begleitet wurde wir oft durch Tümmler, die es da zu Hauf gibt. Die Strömung verursachte dort kräftige Strudel und wir staunten nicht schlecht. Es ist schon eine schöne Gegend da oben und ein Urlaub lohnt sich da bestimmt mal.
Weiter ging es um die Nordküste von Fünen und kurz vor dem Ziel erwischte es uns noch einmal mit Strom von vorne und so krochen wir nach fast zwei Nächten langsam über die Ziellinie.
Viele Schiffe haben die Regatta nicht beenden können und haben den Kampf gegen den Strom verloren und so manche X-Yacht blieb hinter uns.

Es war eine schöne Regatta (mit Platz 1.sowieso), wenn Kerteminde bloß nicht so weit weg wäre.

Andreas und Robert

Andreas Wenndorf

© Redaktion Rostock-Sport