Absegeln 2009
Letzten Sonnabend war einer der traurigsten Tage der Segelsaison 2009: Absegeln.
Die Wettervorhersagen verhießen schon vorher nichts Gutes und so kam es auch: 5° Celsius und ein frischer Ostwind. Wenigstens schien noch die Sonne. Keine Spur von Klimawandel hin zu langen Sommern. Das hatten wir in den letzten Jahren anders kennengelernt.
Christian als Vereinsvorsitzender zog eine kurze, aber für den Verein erfolgreiche Bilanz vor der am Flaggenmast versammelten Seglerschar. Im Bereich des Seesegelns konnten die Vierteltonner serienweise Siege bzw. vordere Platzierungen „einheimsen“, allen voran „Kea“, die mit Andreas und Robert von einem Duo gesegelt „Rund Bornholm“ gewann. Erstmalig die Teilnahme an der Travemünder Woche und an der von den dänischen Sportfreunden ausgerichteten Regatta „Rund MØN“ mit Start in HarbØlle. „Fiefdeeler“ wurde 5. bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in der X-99-Klasse. Die Pfingstregatta fiel wegen Starkwind aus, so dass „Larus“ keine Chance zum Siegen hatte.
Die Erfolge der Jugendtruppe müssen in einer gesonderten Liste aufgeführt werden. Es zeigte sich aber zum wiederholten Mal, dass der Verein das zwischen Jugendgruppe und der Fraktion der „Älteren“ bestehende positive und konstruktive Miteinander weiter ausbauen konnte. Um dies auch an einem Tag wie dem Absegeln zu demonstrieren, nahmen die Kids und Teenies mal die Pinne der „Dickschiffe“ in die Hand. Für manche war es ein völlig neues Gefühl: statt blitzartiger Kursänderungen beim Rudergeben auf der Jolle die doch eher zögerliche Reaktion von Yachten, die mehrere Tonnen Wasser verdrängen. Ebenso die Erfahrung, dass sich Kielboote in den teils doch heftigen Böen kräftig auf die Seite legen, es außer Kurshalten und eventuell Fieren des Großsegels für den Rudergänger kaum mehr zu tun gibt.
Und weil es so gut lief, war auch nicht wie geplant bereits am Überseehafen der Zeitpunkt zur Rückkehr in den Haedgehafen gekommen, sondern die meisten Schiffe steckten noch einmal die Nase auf See. Danach ging es dann ohne lange und nervige Kreuz, sondern mit einem netten Anlieger, wieder zurück.
Im Bootshaus wartete leckerer selbstgebackener Kuchen und heißer Kaffee darauf, gekostet und dann mit Genuss verspeist zu werden. Es blieb logischerweise dabei nicht aus, dass etliche Anekdoten und Geschichten zum Besten gegeben wurden. Einig waren sich alle: es war eine schöne Saison 2009 und wie jedes Jahr wurde auch wieder die gleiche Frage gestellt: Wann ist Ansegeln?