Ringer mit Fehlstart
Ringen, 2. Bundesliga Nord, KG Küstenringer Mecklenburg-Vorpommern gegen WKG Leipzig/Taucha 13:26


Am vergangenen Sonnabend trafen die Ringer der KG Küstenringer M-V, in Evershagen in der Sporthalle am Kranichweg, in der 2. Bundesliga Staffel Nord auf die WKG Leipzig/Taucha. Leider unterlagen die Norddeutschen trotz gutem Beginn am Ende deutlich. Nachdem bereits vor der Saison gewiss war, dass die beiden Schweden, die unbedingt für eine gute Aufstellung gebraucht werden, am Anfang der Saison auf Grund von beruflichen und Verpflichtungen in der schwedischen Auswahl, nicht zur Verfügung stehen, sollte trotzdem ein begeisterter Kampf die Runde eröffnen.

Der Auftakt war auch recht viel versprechend. Alexander Frey zeigte sich im freien Stil sehr gut eingestellt, ließ dem jungen Billy Hentschel keine Chance und siegte souverän mit „Technischer Überlegenheit“. Dass dies Stefan Rengert, gegen den bereits international für Deutschland aktiven Andreas Aurich nicht fortsetzen konnte, war erwartet worden, so dass es nach diesem Kampf unentschieden stand.

Der folgende Kampf zwischen Christian Nützmann und Dustin Scherf, den 2-fachen Deutschen Meister bei den Männern der niedrigeren Gewichtsklasse, gestaltete Christian anfangs bravourös, denn sowohl die 1. als auch die 2. Runde gingen an den Rostocker Studenten. Hinzugefügt werden muss dazu noch, das der Kampf im griechisch-römischen Stil ausgetragen wurde in dem eigentlich nur der Gast aus Leipzig zu Hause ist. In Runde 3. dann sah Christian schon wie der sichere Sieger aus, bis mit der letzten Aktion der Schiedsrichter nicht wie erwartet 2 Punkte für Nützmann anzeigte, sondern diesem eine Verwarnung wegen Beinarbeit (im griechisch-römischen Stil verboten) aussprach und zur Strafe die 2 Punkte an Scherf gab. Davon ließ Christian sich wohl etwas aus der Ruhe bringen, denn die 4. Runde gab er gleich mit ab. In Runde 5 dann führte Christian musste aber fasst mit dem Schlusspfiff den Ausgleich hinnehmen, wodurch der Gast mit dem Vorteil der letzten Wertung die Runde und den Kampf gewann. Jan Friedel wehrte sich danach gegen den Modellathleten Nico Graf wacker, konnte aber einen Punktsieg des mehrfachen Deutschen Meister nicht verhindern.

Eine absolut überzeugende und technisch-taktische Spitzleistung lieferte Steffen Lübke ab. Der bereits vielmals international eingesetzte Daniel Wilde, galt eigentlich als leicht favorisiert, doch Steffen lies ihm keine Chance. Mit jeweils einer sehr starken Aktion gewann er die 3 Runden und damit den Kampf klar nach Punkten, damit stand es zur Pause 9 : 10 für die Gäste. Erik Regling rang gegen Tommy Einhorn und wehte sich redlich, doch konnte er einen klaren Punktsieg für den Sachsen nicht verhindern. Nun sollte Evgenij Titovski das Ruder herumreißen, doch der 17-jährige Torgelower erwischte einen „gebrauchten Tag“. Nach verheißungsvollem Beginn und dem sicheren Gewinn der 1. Runde, verlor er völlig seine Linie und unterlag Marco Scherf völlig verdient mit 1:3 Runden, doch es sollte noch schlimmer kommen.

Sebastian Nowak musste im Mittelgewicht kämpfen obwohl er nicht einmal voll das Weltergewicht ausfüllt, so dass er schon optisch Sebastian Otto unterlegen war. Trotz guter technischer Ansätze gelang es ihm nicht seine Techniken zu Punkten zu machen und verlor nach einem überfallartigen Angriff von Otto, in der 2. Runde gar auf Schultern. Im Weltergewicht danach stand dann Martin Buhz gegen einen lange bekannten und sehr oft gerungenen Jan Brömme. Martin hat eigentlich bisher immer gewonnen und konnte taktisch sauber die ersten beiden Runden für sich entscheiden, doch plötzlich in Runde 3 gab er seine Linie auf und fing an, den als Konterringer bekannten Brömme, mit schlecht ausgeführten Beinangriffen zu beringen, die folgerichtig zu Wertungen für Brömme führten. Martin war auch nicht mehr in der Lage sich wieder umzustellen und verlor in gleicher Manier auch Runde 4 und 5.

Damit war dann nicht einmal mehr Ergebniskosmetik möglich, denn der deutliche Sieg der Sachsen stand bereits fest. Daran konnte auch Peter Groß aus Greifswald nichts mehr ändern, auch wenn er dies gegen Mathias Götz fleißig versuchte. Nach knappen Rundegewinnen in der 1. und 2. Runde durch Götz gelang Peter ein knapper Gewinn in Runde 3 bevor dann der Sachse in Runde 4 das Blatt wieder wendete und damit auch das Endergebnis von 13 : 26 herstellte. „Mit dieser Kampfesweise von einigen unserer Ringer werden wir wohl nicht bestehen können. Alle müssen sich selber überprüfen und eventuell etwas intensiver trainieren um mit verbesserter Physis auch die engen Kämpfe zum guten Ende zu bringen.“ So noch etwas unter dem Eindruck, des in der Form nicht erwarteten Kampfverlaufes, der Neutrainer Steffen Lübke.


Ralf Lenz



 
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