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Stephan Beilke wird heute 40
Rostock Stephan Beilke, ein Mann, der Rostocker Ringkampf-Geschichte mitschrieb, wird heute 40. Mit sieben fand er bei der ASG Vorwärts Rostock zu seinem Sport. Von 1983 bis 1993 prägte ihn Frankfurt/Oder – zunächst die dortige KJS, später die Sportfördergruppe: „Maik Bullmann (Olympiasieger 1992, dreifacher Weltmeister, jetzt Bundestrainer Griechisch-Römisch – d. Red.) war mein Trainingspartner. Besser gesagt, ich war seiner…“ Auch andere Kampfsportler, teilweise ebenfalls von der Ostsee, sind seine Weggefährten gewesen: Judoka Alexander Czerwinski, die Boxer Jan Quast und Axel Schulz… Von 1993 bis 1995 gehörte Beilke, der 1989 sein Sport-Studium an der DHfK Leipzig begonnen hatte, zum Regiepersonal der Sportfördergruppe Potsdam: „Mir waren Leute unterstellt wie Kanute Andreas Dittmer (dreifacher Cana-dier-Olympiasieger – d. Red.) und Kugelstoßerin Nadine Kleinert.“ Danach ließ sich der zweifache Vater (Anne/20, Moritz/7), „weil ich zurück in die Heimat wollte“, zur Flugabwehr- raketenstaffel Prangendorf bei Sanitz versetzen und schlug dort die Feldwebel-Laufbahn ein. 2003 endete sein Dienstverhältnis. Zwischendurch war Stephan Beilke Pressesprecher des PSV Rostock. Am 1. Januar 2004 wurde er Geschäftsführer des Sportcenters Schwanenteich, seit 2007 ist er dessen geschäftsführender Gesellschafter. Süße Erinnerung an die Siege über Marcel Redmann Nachdem der Freistil-Spezialist bereits für Frankfurt 1. und 2. Bundesliga rang, startete er ab Mitte der 90-er Jahre wieder für Rostock, gehörte hier zu den Pionieren, die in der Regionalliga neu anfingen, sofort in die 2. Liga aufstiegen. 2003 biss sich die hiesige Kampfgemeinschaft für sechs Jahre in der 1. Bundesliga fest. Stephan Beilke coachte das Team als Nachfolger der Trainer-Legende Reinhold Steingräber seit 2004. Bis 2008 ging er selber noch zumindest aushilfsweise mit auf die Matte. Gern erinnert er sich an die Saison 2005/06, als er sowohl auswärts (20:16) als auch am letzten Kampftag zu Hause (19:19) ausgerechnet gegen Frankfurt/Eisenhüttenstadt jeweils unerwartete 3:2-Erfolge über Marcel Redmann, mehrfacher Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften, einfuhr. Nachdem am 19. Dezember 2009 mit einem 30:6 gegen Gelenau der Klassenerhalt in der 2. Liga vollbracht war, trat Beilke als Trainer der KG Rostock/Warnemünde/Vorpommern zurück. Doch nach wie vor sagt er „Wir“, wenn er über die hiesigen Ringer spricht, und hat ja trotz seiner Ausgelaugtheit auch gar nicht vor, sich vollends auszuklinken: „Grundsätzlich würde ich mich auch künftig voll einbringen, bin immer für die Jungs da. Ich gehe davon aus, dass Rostock noch relativ viel Potenzial im Ringen hat. Bei Dennis Langner sehe ich sogar durchaus die Möglichkeit für internationale Aufgaben. Auch ansonsten ließen sich einige – Christian Nützmann, Sebastian Nowak, Steffen Lübke zum Beispiel – nach oben drücken. Es könnte also noch ewig gut weitergehen, und das hoffe ich natürlich genauso wie meine Lebensgefährtin Marlies Buchholz als Vorsitzende des Fördervereins Rostocker Ringer. Dafür müssen aber alle Beteiligten in eine Richtung ziehen und ein Umfeld schaffen, dass sich die Leute hier wohl fühlen.“ Sollte es ihm glücken, eine langwierige Schulterverletzung auszukurieren, könnte sich der Jubilar – zumal er dann in der nächsthöheren Altersklasse starten dürfte – „vielleicht damit anfreunden, ab 2011 wieder bei den Veteranenringern einzusteigen“.Peter Richter Zur Person
Wie der RSV Hansa 90 Frankfurt zu seinem Namen kam Rostock Der Allgemeinheit kaum bekannt ist, dass der RSV Hansa 90 Frankfurt/Oder, Stammverein der Ringer-Kampfgemeinschaft Frankfurt/Eisenhüttenstadt (1. Bundesliga), nach dem FC Hansa Rostock benannt wurde. Stephan Beilke, einer der „Schuldigen“, erzählt in NNN exklusiv die köstliche Entstehungsgeschichte: „Im Zuge der Wende war der ASK Vorwärts Frankfurt in Auflösung begriffen, und es galt auch für uns Ringer, sich eigene Vereinsstrukturen zu schaffen. Dazu fand am 22. Februar 1990 eine Mitgliederversammlung statt. Frankfurt/ Oder war damals von Rostockern und Warnemündern durchsetzt. Allein aus meinem Jahrgang wurden sieben Ringer dorthin delegiert. Der Norden der DDR war ein Hauptlieferant, er machte 50 Prozent der Sportler aus, die seinerzeit in Frankfurt trainierten. Dementsprechend gestaltete sich der Tagesordnungspunkt Namensgebung. Das Ganze lief relativ locker ab. Wir haben da gesessen und nach dem zweiten oder dritten Bier gesagt, Hansa muss mit rein. Es gab natürlich Diskussionen der Einheimischen, wieso, weshalb, warum. Aber wir hatten genug Argumente parat: dass sich der Club im Wohnbezirk Hansa Nord befindet, dass Frankfurt/Oder auch ’ne Hansestadt ist und wir uns dort im Hansa-Kulturhaus trafen. Am Ende fiel das Ergebnis zwar knapp aus, aber die Mehrheit war dafür.“ Peter Richter |
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