Speedway in Rostock: eine Geschichte ohne Gegenwart
Wer heute in Rostock nach einer Speedwaybahn sucht, sucht vergeblich. Einen aktiven Speedwayverein gibt es in der Hansestadt nicht mehr, Rennen finden hier keine statt. Das war einmal anders.
1957 wurde der MC Neptun Rostock gegründet, der später als MC Dynamo Rostock fuhr. Gefahren wurde im Speedwaystadion am Tannenweg im Südwesten der Stadt, auf einem 364 Meter langen Oval. Die Bahn lag also nicht am Ostseestadion, wie manchmal zu lesen ist.
DDR-Meister vom Tannenweg
Die sportlich beste Zeit erlebte Rostock Ende der 1960er Jahre. 1969, 1970 und 1971 gewann das Team die DDR-Mannschaftsmeisterschaft, dreimal in Folge. Zur Geschichte der Bahn gehört auch ein tragischer Tag: Am 1. Oktober 1967 verunglückte dort der dänische Fahrer Poul Wissing tödlich.
Um 2002 wurde das Stadion am Tannenweg abgerissen, auf dem Gelände entstanden Wohnungen. Seitdem müssen Rostocker Bahnsportfans für Rennen ins Umland fahren.
Güstrow: die Speedway-Adresse der Region
Die wichtigste Anlaufstelle liegt rund 40 Kilometer südlich. Der MC Güstrow, die „Torros“, fährt im Güstrower Speedwaystadion und gehört zu den stärksten Teams Deutschlands. 2024 gewann Güstrow das Bundesligafinale mit 89:79 gegen Stralsund. 2026 ging der Titel nach Stralsund, Güstrow wurde im Finale Dritter.
Güstrow ist auch die Bühne für internationalen Speedway im Nordosten. Die Speedway-Europameisterschaft machte 2025 und 2026 Station im Güstrower Stadion. Am 26. Juli 2025 siegte dort Leon Madsen, am 5. September 2026 gewann Maciej Janowski. Einen EM-Lauf in Rostock gab es in beiden Jahren nicht. Mehr zum Abend in Güstrow steht im Bericht zur Speedway-EM 2026.
Die Speedway-EM in Güstrow
Die Speedway-Europameisterschaft wird als Serie mehrerer Läufe ausgetragen. 2025 führte sie nach Bydgoszcz, Güstrow, Leszno und Pardubice, Europameister wurde der Pole Patryk Dudek. 2026 standen Zielona Góra (18. Juli), Güstrow (5. September), Rzeszów (19. September) und Pardubice (2. Oktober) im Kalender.
Beim Güstrower Lauf 2026 kamen Janowski und der Tscheche Jan Kvech auf je 13 Punkte, Dritter wurde der Däne Michael Jepsen Jensen. Kai Huckenbeck, der in der Bundesliga für Güstrow fährt, holte auf seiner Heimbahn 8 Punkte. In der Gesamtwertung lag er danach mit 20 Punkten gut im Rennen.
Stralsund und Teterow
Der zweite große Klub der Region ist der MC Nordstern Stralsund. Er war 2026 Gastgeber eines EM-Qualifikationslaufs, des Finales der Deutschen Einzelmeisterschaft am 29. August und eines Bundesliga-Heimkampfs am 19. September.
Eine Sonderstellung hat der Bergring in Teterow, eine der bekanntesten Grasbahnen Deutschlands. Zu Pfingsten 2026 lief dort das 103. Bergringrennen, nach einer Absage ein gelungenes Comeback. Der Brite Paul Cooper gewann das Grüne Band und den Bergring-Pokal, Teterows Debütant Mika Frehse wurde Zweiter. 12.000 Zuschauer kamen. Parallel fand der 21. Auerhahnpokal im Speedway statt.
Speedway-Saison 2026 im Überblick
| Datum | Ort | Wettbewerb | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 23./24.05.2026 | Teterow | 103. Bergringrennen | Sieg Paul Cooper |
| 29.08.2026 | Stralsund | Finale Deutsche Einzelmeisterschaft | - |
| 05.09.2026 | Güstrow | Speedway-EM | Sieg Maciej Janowski |
| 14.10.2026 | Güstrow | Finale 1. Speedway-Bundesliga | Meister MC Nordstern Stralsund |
In der zweiten Mannschaftsliga holte Güstrow 2026 den Titel. Bei der Finalrunde in Landshut-Ellermühle siegten die Torros mit 43 Punkten vor Olching (36), Cloppenburg (29) und Landshut (13). Der 17-jährige Magnus Rau fuhr 15 Punkte und gewann fünf Läufe. In der Abschlusstabelle lagen die Teterower Hechte mit 2 Punkten auf Rang fünf.
Bundesligafinale 2026: Stralsund ist Meister
Das Finale der 1. Speedway-Bundesliga wurde wegen Regens vom 9. auf den 14. Oktober verlegt. Im letzten Durchgang in Güstrow siegten die Torros vor 1.000 Zuschauern mit 44:40 gegen den MSC Wölfe Wittstock.
Deutscher Mannschaftsmeister wurde trotzdem der MC Nordstern Stralsund: Stralsund und Wittstock hatten am Ende je 5 Matchpunkte, Stralsund lag mit 173 zu 171 Laufpunkten vorn. Güstrow, Meister der drei Vorjahre, wurde mit 4 Matchpunkten und 160 Laufpunkten Dritter. Bester Fahrer im letzten Lauf war Deutscher Meister Norick Blödorn mit 15 Punkten, Trainer der Torros ist Ralf Peters. Alle Details stehen im Bericht zur Speedway-Saison.
Speedway für Rostocker Fans
Die Bahnsportsaison läuft vom Frühjahr bis in den Herbst, 2026 endete sie mit dem verlegten Bundesligafinale Mitte Oktober. Von Rostock aus sind Güstrow und Teterow schnell erreichbar, Stralsund liegt etwas weiter nordöstlich. Wer lieber in der Stadt bleibt, findet unter Sportarten das Angebot von Basketball bis Eishockey. Aktuelle Ergebnisse aus der Region gibt es unter Berichte.
Häufige Fragen
Gibt es in Rostock eine Speedwaybahn?
Nein. Das Speedwaystadion am Tannenweg wurde um 2002 abgerissen, seitdem hat Rostock weder Bahn noch aktiven Speedwayverein. Die nächste Bahn liegt in Güstrow, rund 40 Kilometer entfernt.
Wo findet Speedway in der Nähe von Rostock statt?
Die wichtigsten Adressen sind das Speedwaystadion in Güstrow mit dem MC Güstrow, der Bergring in Teterow und die Bahn des MC Nordstern Stralsund.
War die Speedway-EM in Rostock?
Nein. Die EM-Läufe in der Region fanden in Güstrow statt: 2025 gewann dort Leon Madsen, am 5. September 2026 Maciej Janowski.
War Rostock einmal DDR-Meister im Speedway?
Ja. Das Rostocker Team wurde 1969, 1970 und 1971 DDR-Mannschaftsmeister. Der Verein startete erst als MC Neptun, später als MC Dynamo Rostock.