55. Internationaler Springertag in Rostock

Fotoimpressionen vom Samstag und vom Sonntag von Joachim Kloock
Siegerehrungen
Die lustigen Wasserspringer begeistern Jung und Alt

Im Vorfeld des 55. Internationalen Springertages und 16. FINA Diving Grand Prix hatte Cheforganisator Andreas Kriehn gegenüber der Presse ausgesagt: “Wir werden unseren Gästen optimale Bedingungen schaffen und dem Publikum hochklassigen Sport bieten.” Er hat mit seiner Crew der Ehrenamtlichen, unterstützt von Förderern und Sponsoren, sein Versprechen eingelöst. Der 55. Internationale Springertag vom 26. bis 28. Februar 2010 wurde zu einem Event der Spitzenklasse. Da konnte der Schweizer FINA-Delegierte, Herr Michael Geissbühler, sich nur wünschen: “Anderen Ausrichtern der FINA Diving Grand Prix Serie kann ich nur empfehlen, sich auf den Weg nach Rostock zu machen, um dieses Meeting einmal zu erleben. Nicht zum Kopieren, aber um einiges zuhause besser zu machen.”
Es immer wieder besser zu machen, das ist der Anspruch der Rostocker. Und dazu gehörte auch bei der 55. Auflage des Springertages, erstmals im Internet einen Live-Stream zu schalten, um die Welt außerhalb der Schwimmhalle an diesem Sportereignis teilhaben zu lassen. Zumal das öffentlich rechtliche Fernsehen ARD und ZDF den Weg nach Rostock nicht fanden.
Und so verfolgte nicht nur das zahlreiche Publikum im Hallenschwimmbad Neptun die sportlichen Auseinandersetzungen der 96 aktiven Teilnehmer aus 20 Ländern in den Wettbewerben von Brett und Turm im Einzel- und Synchronspringen.

Auch am dritten Wettkampftag erlebten die Zuschauer nur noch Erfolge der Männer und Frauen aus dem Land der Mitte. Wieder dabei die beiden kleinen Chinesinnen Yadan Hu und Sinou Ma, die im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm die Konkurrenz düpierten. Wer die beiden an den Tagen in Rostock erlebte, stellte sich die Frage, wie alt sind die eigentlich. Mir haben sie gesagt, vierzehn Jahre. Kaum zu glauben, wenn man sie mit der Körpergröße von Kindergartenkindern zwischen den anderen Springerinnen erlebte. Aber bei den überlegen dargebotenen Leistungen sollte man das schon glauben. Unser deutsches Synchronparr mit Nora Subschinski und Christin Steuer (Berlin/Riesa) ersprang sich den zweiten Platz.
Das Synchronspringen der Männer vom Turm wurde zur Ausbeute der Chinesen Junbai Li und Aisen Chen. Für die deutsche Kombination Sascha Klein und Patrick Hausding (Aachen/Berlin) reichte es zu Platz zwei.
Ebenfalls einen zweiten Platz für die deutsche Mannschaft sicherte das Synchronduo Patrick Hausding/Stephan Feck (Berlin/Leipzig) vom 3-m-Brett. Und auf Platz drei in diesem Wettbewerb die Kombination Sascha Klein/Pavlo Rozenberg (Aachen).
Das Synchronspringen der Damen vom 3-m-Brett brachte den Chinesinnen Lin Qu und Han Wang den Sieg. vor den Australierinnen Sharleen Stratton und Briony Cole. Auf Platz drei die Italienerinnen Tania Cagnotto und Francesca Dallape. Unser deutsches Paar mit Nora Subschinski und Katja Dieckow wurden fünfte.
Und auch der letzte Wettbewerb, das Turmspringen der Männer, wurde zur Ausbeute der Chinesen. Liang Huo, Weltmeister im Synchronspringen in dieser Disziplin, gewann und sicherte sich die 1.000 Euro Preisgeld und den Pokal, den Ministerpräsident Erwin Sellering gestiftet hatte. Sascha Klein aus Aachen, in allen vier Männerwettbewerben im Einsatz, wurde Vierter.
So wurden von den acht ausgeschriebenen Disziplinen sechs eine Ausbeute der führenden Springernation. Aber das war keine Überraschung aufgrund der Dominanz dieser Ausnahmekönner. Sie kamen mit ihren elf Aktiven 11 mal aufs Podium, gefolgt von den elf Deutschen Wasserspringern, die 5 mal aufs Podium sprangen. Australien (7 Aktive) erkämpfte 3 Podiumsplätze, Russland (5 Aktive) 2, Großbritannien (6 Aktive) 1 wie auch Kanada (6 Aktive) und Italien (9 Aktive).
Um die sportlichen Auseinandersetzungen von Brett und Turm hatten die Organisatoren ein buntes Rahmenprogramm gestrickt mit Line-Dancern, Gymnastinnen, Musikern und vor allem den “Lustigen Springern”, die einmal mehr mit ihren waghalsigen Kunststücken die Halle zum Kochen brachten. Ein tolles Wasserspringer-Meeting ging nach drei Tagen zu Ende, wie es auf der Welt ein weiteres Mal wohl kaum zu finden ist.

Karl-Heinz Priewe

 
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© Redaktion Rostock-Sport