Winter-Paralympionikin Andrea Rothfuss über ihre Ziele /
Anerkennung für Andrea auch von Dr. Monika Knauer vom Verband für Behindertensport M-V mit Sitz in Rostock
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Maskottchen der Paralympics
Andrea Rothfuss in alpiner Aktion. (Foto: Deutscher Behindertensportverband)
Andrea Rothfuss in ihrer sportlichen Arbeitskleidung (Foto: Deutscher Behindertensportverband).
Ehrung zu den Sportlern mit Handicap des Jahres 2009 (Hintere Reihe - Andrea Rothfuss /
Foto: Deutscher Behindertensportverband)

Teil 1 der Winterspiele in Vancouver und in Whistler ist zu Ende, ab 12.März beginnt Teil 2 – die Paralympics. Mit dabei ist dann auch das alpine Ski-Ass mit Handicap, Andrea Rothfuss, Jahrgang 1989, die schon einige große Erfolge feiern konnte. Dabei ergeben sich Parallelen mit Viktoria Rebensburg, die gerade Sensations-Gold im Riesenslalom in Whistler gewann. Die 20jährige ist, wie Deutschlands neue Ski-Königin Maria Riesch, eine Allrounderin, die bei den Winter-Paralympics vom 12. bis 21.März im Riesenslalom, Super-G, Slalom, in der Abfahrt und in der Kombination starten wird. Die härteste Konkurrenz gibt es dabei u.a. aus Kanada.

Für die Geschäftsführerin beim Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport in M-V (Sitz in Rostock), Frau Dr. Monika Knauer, ist Deutschlands „Sportlerin mit Handicap des Jahres 2009“ eine der größten paralympischen Medaillen-Hoffnungen im deutschen Team: „Andrea Rothfuss ist ein riesiges Talent im alpinen Skisport. Bereits als Sechzehnjährige gewann sie mit Silber bei ihren ersten Paralympischen Winterspielen 2006 eine Medaille. Das spricht für sich bzw. für sie.

Auch im Weltcup und bei Weltmeisterschaften danach gehörte Andrea zu den stärksten Skifahrerinnen der Welt. … Erfolge, die einerseits auf das Talent, aber anderseits auch auf den großen Trainingsfleiß bzw. auf den Leistungswillen der Athletin zurückzuführen sind. Solche Erfolge haben natürlich ebenfalls Strahlkraft in andere Sportarten hinein – auch bis nach Mecklenburg-Vorpommern.

Andrea Rothfuss ist ein sportliches Vorbild für viele junge Athletinnen und Athleten, die in ihren Disziplinen ähnliche Ziele haben. Andrea erhielt daher verdient die Auszeichnung zur `Sportlerin mit Handicap des Jahres 2009` in Deutschland.“

Andrea Rothfuss über ihre paralympischen Ambitionen 2010

Andrea Rothfuss, Deutschlands Junior-Sportlerin mit Handicap des Jahres 2005 sowie Deutschlands Sportlerin mit Handicap des Jahres 2009. (Foto: Deutsche Sporthilfe)

„Möchte den Erfolg von 2006 noch toppen !“

Frage: Andrea, gerade hat Viktoria Rebensburg olympisches Gold im Riesenslalom gewonnen. Sie hingegen, ebenfalls Jahrgang 1989, erkämpften bereits 2006 paralympisches Silber im Riesenslalom. Überhaupt ergeben sich erstaunliche Parallelen, Ähnlichkeiten zwischen Ihnen und Viktoria. Sie beide wurden im Oktober 1989 geboren (Sie am 20.10. / Viktoria am 4.10.). 2005 wurden Sie Junior-Sportlerin des Jahres, vier Jahre später erhielt Viktoria diese Ehrung. Und nun haben sowohl Sie als auch Viktoria Edelmetall im Riesenslalom bei Winterspielen …

Haben Sie das Rennen von Viktoria im TV verfolgt ? Was zeichnet aus Ihrer Sicht Viktoria Rebensburg aus ?

Andrea: Leider konnte ich das Rennen nicht im Fernsehen verfolgen, da ich zu diesem Zeitpunkt mit der Freundin meines Vaters damit beschäftigt war, meine Rennanzüge für Vancouver noch etwas um zu nähen, damit diese dann perfekt passen. Allerdings hätte ich es gerne gesehen! Denn Viktoria ist eine junge und dynamische Sportlerin, die die Rennen angeht und einfach ihr Bestes gibt, und auch nach Fehlern kompromisslos weiter fährt und sich nicht beirren lässt.

Frage: Die Winterspiele 2006 waren für Sie überaus erfolgreich. Was erhoffen Sie sich von Whistler/Vancouver 2010 ? Wie sah Ihre Vorbereitung aus ?

Andrea: Den Erfolg von 2006 will ich natürlich wiederholen, besser allerdings ihn noch toppen, somit wäre Gold das Highlight. Letztes Jahr waren die Weltmeisterschaften in Korea, dort hab ich in den Einzeldisziplinen 4 Bronzemedaillen gewonnen, daher liegt mein Ziel für Vancouver bei 4 Medaillen, dieses Mal aber nicht alle „nur“ in Bronze. Die Vorbereitung hierfür begann im August in Neuseeland, dort absolvierte ich mit der Nationalmannschaft die ersten „Echt-Schnee“ - Trainingsläufe. Später dann standen noch viele Wochenendlehrgänge und verschiedene Rennen auf dem Saisonplan.

Frage: Zu den Olympics 2010 … Welche Leistungen beeindruckten Sie beim ersten Teil der Winterspiele in Whistler und in Vancouver?

Andrea: Das ist schwer zu sagen, denn es wurden viele großartige Leistungen gebracht. Aber, was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass vor allem recht junge Sportler immer wieder unter den Medaillengewinnern oder auch in den vorderen Rängen zu finden waren. Es zeigt, dass sich vor allem auch junge Leute ambitionierte Ziele stecken, die sie erreichen möchten und dafür bereit sind, in anderen Bereichen zurück zu stecken. Dahinter steckt – und das sollte man nicht vergessen – ein großer Wille und hartes wie ausdauerndes Training ...

Letzte Frage: Wann geht es für Sie in Richtung Kanada ?

Andrea: Momentan bin ich beim Weltcupfinale in Aspen (USA). Am Freitag ist hier dann der letzte Wettbewerb, danach geht’s dann am Samstag nach Vancouver bzw. nach Whistler, wo die alpinen Sportler im Dorf untergebracht sind.

Dann maximale Erfolge und alles erdenklich Gute für Sie und das deutsche Team in Vancouver und in Whistler !

Die Fragen stellte: Marko Michels.

Infos zu Andrea Rothfuss

Jahrgang: 1989 – Verein: VSG Baiersbronn-Mitteltal – Sportart: Alpiner Skisport - Beruf: Abiturientin (macht ihren Abschluss im April) – aktiv: seit dem fünften Lebensjahr auf Skiern – Schadensklasse: LW 6/8-2 (Einstock-Skifahrerin) – Erfolge (Auswahl): Paralympische Winterspiele 2006 (Silber im Riesenslalom), WM 2009 viermal Bronze, Deutschlands Junior-Sportlerin des Jahres 2005 (Sonderpreis für Sportlerinnen/Sportler mit Handicap), Deutschlands Sportlerin mit Handicap des Jahres 2009 – Homepage: www.andrea-rothfuss.de .


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