
|
| Bronzene „Skeletona“ Anja Huber: „Eine erfolgreiche Doppelzimmer-Ära“ geht zu Ende /
Während Eisschnellläuferin Stephanie Beckert über die 5000 Meter ihre zweite Silbermedaille feierte, die deutschen Nordisch Kombinierten noch ihre Bronzemedaille begossen, die Riesenslalom-Damen um Maria Riesch, Kathrin Hölzl und Vicky Rebensburg auf den wegen „Nebelschwaden“ unterbrochenen zweiten Lauf im Riesenslalom warten, die Ski-Crossies mit Mike Schmid/Schweiz bzw. Ashleigh McIvor/Kanada an der Spitze ihre olympische Premiere umjubelten, feierten die deutschen Skeleton-Damen bereits ausgelassen ihre historischen Medaillen vom 19.Februar. In der schon 1928, 1948 und seit 2002 wieder olympischen Sportart erkämpften Kerstin Szymkowiak und Anja Huber (Rostock-Sport berichtete) die ersten Olympia-Medaillen im Skeleton für Deutschland. Die olympischen Skeleton-Wettbewerbe 2010, ausgetragen im Whistler Sliding Centre im Fitzsimmons Creek-Tal, standen dabei überraschend im Zeichen der Europäer, auch wenn der Olympiasieg bei den Herren an den Lokalmatadoren Jon Montgomery ging. Von den sechs olympischen Skeleton-Medaillen in Whistler gingen 5 an die Europäerinnen und Europäer, darunter die beiden deutschen Damen. Nachgefragt bei Anja Huber, Jahrgang 1983, vom RC Berchtesgaden, Dritte der Winterspiele 2010, die vor den Spielen bereits bei WM und EM sehr erfolgreich war … „Es geht eine erfolgreiche `Dopelzimmer-Ära` zu Ende …“
Frage: Anja, Sie haben am 19.Februar 2010 Sportgeschichte für Deutschland geschrieben. Sie sicherten sich gemeinsam mit Kerstin Szymkowiak (Silber) die ersten olympischen Skeleton-Medaillen für Deutschland. Denkt man im ersten Siegesmoment an solche "historischen Dinge" oder feiert man - ganz unhistorisch - eine "olympische Sause" ? Wie lautet Ihre erste Wettkampf-Analyse ? Anja: Ich bin einfach froh, dass es zum Schluss so ausgegangen ist, und ich eine Medaille mit nach Hause nehmen kann. Trotzdem ist uns schon bewusst, dass es ein "historischer Moment" gewesen ist. Wir hoffen, dass es dadurch einen Aufschwung für Skeleton in Deutschland gibt ! Anja: Ich habe mich ganz akribisch auf Olympia vorbereitet, und versucht das Maximum rauszuholen. … Dass Franzi zu Hause die Daumen drückt, bedeutet mir sehr viel ! Es ist einfach toll zu wissen, dass sich Leute daheim genauso mit einem freuen ! Frage: Die Kanadierin Melissa Hollingsworth, Favoritin auf Gold, Bronze Medaillengewinnerin 2006, die auf Rang fünf landete, gratulierte Ihnen gleich spontan ganz herzlich. Fühlen Sie ein wenig mit der stets fairen, sympathischen Kanadierin mit, die die Skeleton-Saison 2009/10 relativ dominierte ? Und: Was zeichnet die neue Olympiasiegerin aus ? Anja: Die Gratulation von Melissa war eine sehr faire und auch ehrlich gemeinte Geste! Es ist natürlich hart für sie, und ich habe auch mit ihr gelitten. Trotzdem bin ich froh, dass ich die Medaille mit Heim nehmen kann. Letzte Frage: Wie geht es für Sie nun weiter: Party nonstop in Whistler, eine "Schlitten-Polonäse" von Whistler nach Vancouver oder "moderates" Genießen des sporthistorischen Triumphes ? Anja: Wir haben die letzten Tage schon sehr genossen, zusammen die Medaillen gefeiert und die Momente auf uns wirken lassen. Es geht ja auch eine erfolgreiche „Doppelzimmer-Ära“ zu Ende, was mich persönlich traurig macht! Trotzdem bin ich glücklich, dass wir die olympischen Momente zusammen erleben durften! Beste Wünsche und alles erdenklich Gute weiterhin für Sie ! Weitere olympische Infos:
|